MAURICE TORNAY ALS GYMNASIAST.

Tagesheiliger: 11. August: Der selige Maurice Tornay

Von Katrin Krips-Schmidt
Tagesheiliger: 11. August: Der selige Maurice Tornay
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Der selige Maurice Tornay war Augustiner-Chorherr und gehörte zu den wenigen Europäern, denen es gelang, die schneebedeckten Höhen des Königreiches im Himalaya zu erreichen, bevor es 1950 an China fiel.

Maurice Tornay erblickte am 31. August 1910 in La Rosiere im schweizerischen Kanton Wallis als siebentes von acht Kindern das Licht der Welt. Von den Mönchen der Abtei Saint-Maurice seines Heimatortes, im ältesten Kloster des Abendlandes, erzogen, wurde der Sohn eines Pferdehändlers und Kleinbauern nach seinem Abitur bei der Kongregation der Augustiner-Chorherren auf dem Großen St. Bernhard aufgenommen. Freiwillig meldete er sich in die Mission nach Tibet. Sein Wunsch wurde ihm noch vor Abschluss seines Theologiestudiums und seiner Priesterweihe gewährt. Schon im Jahr nach seiner feierlichen Profess, die er 1935 empfing, reiste er mit drei Gefährten im Februar 1936 nach Weishi in China ab, wo er im April auf einer Missionsstation ankam. Hier in dem Hochgebirgsdorf in der Provinz Yunnan schloss er seine theologische Ausbildung ab. Er und die anderen beiden Schweizer Missionare mussten zudem zunächst die chinesische Sprache lernen, um die einheimische Bevölkerung, die dem Lamaismus, der tibetischen Form des Buddhismus, anhing, zu evangelisieren. 1938 in Hanoi zum Priester geweiht. Bis 1945 unterrichtete er am Kleinen Seminar in Weishi, bis er nach Yorkalo in Tibet gesandt wurde, wo er als Pfarrer tätig sein sollte. Die buddhistischen Lamas der Region widersetzten sich jedoch seiner Mission und zwangen ihn ins Exil nach China. Seine Kirche und sein Pfarrhaus wurden konfisziert. Als letzten Ausweg reiste Maurice Tornay nach Lhasa, wo er versuchte, den Dalai Lama zu treffen, damit dieser sich für ihn einsetzte. Doch in der Karawane, mit der er sich im Juli 1949 auf den Weg machte, wurde er von den Lamas erkannt und festgenommen. An der tibetanisch-chinesischen Grenze versuchte er am 11. August zu fliehen und wurde zusammen mit seinem tibetanischen Diener erschossen.

Papst Johannes Paul II. sprach Maurice Tornay am 16. Mai 1993 selig.

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