Schambeck: 1989 kein Ende der sozialen Frage

Wien/Rom (DT/KAP) 125 Jahre nach der ersten Sozialenzyklika „Rerum novarum“ und 25 Jahre nach „Centessimus annus“ hat die katholische Soziallehre nichts an Aktualität eingebüßt. Das betonte der österreichische Staatsrechtslehrer Herbert Schambeck anlässlich des Kongresses der Päpstlichen Sozialakademie zum Jubiläum dieser Dokumente. Auch habe das Ende des Kommunismus vor 25 Jahren „nicht das Ende der sozialen Frage bedeutet“, so das Gründungsmitglied der Päpstlichen Sozialakademie. Dies beweise Papst Franziskus, der mit der Enzyklika „Laudato si“ die globale Verantwortung für Natur und Schöpfungsordnung in ihrer Wechselwirkung mit Sozialsystemen deutlich gemacht habe. Die Soziallehre der Kirche plädiere für ein „Zustandekommen einer partnerschaftlichen Ordnung des gegenseitigen Verstehens von Einzelnen, Gesellschaft und Staat“, so der langjährige Präsident des österreichischen Bundesrates. Damit sei gesichert, dass es zu keiner „Vergesellschaftung des Staates auf Kosten seiner Autorität“ komme, wo der Staat nur ein „Clearinghaus der Gruppeninteressen“ ist. Gleichzeitig sei einer „Verstaatlichung der Gesellschaft auf Kosten der Freiheit des Einzelnen“ eine Absage erteilt.

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