Polen verstärken ostdeutsche Gemeinden

Görlitz (DT/KNA) Polnische Katholiken stärken zunehmend die katholischen Kirchengemeinden in den deutschen Grenzregionen. Im Bistum Görlitz seien schon elf Prozent der Mitglieder polnische Staatsbürger, sagte Bischof Wolfgang Ipolt in Görlitz im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hatte diesen Trend bereits mit Blick auf Vorpommern bestätigt, das zu seinem Erzbistum gehört. Es seien polnische Katholiken, „die sich sehr bewusst mit ihren Kindern in Deutschland beheimaten“. Beide Bischöfe werteten dies als Bereicherung der Kirche. Zugleich räumten sie ein, dass dabei unterschiedliche religiöse Traditionen aufeinandertreffen. „Polnische Katholiken vermissen ihre Lieder, auch gibt es bei der Feier von Erstkommunion und Firmung andere Bräuche“, sagte Ipolt. Er rief die Gemeinden zur Kompromissen auf. „Deutsche glauben mehr mit dem Kopf, Polen mit dem Herzen. Da können beide Seiten etwas voneinander lernen“, erklärte der Görlitzer Bischof. Ipolt äußerte sich in einem Interview zum 50. Jahrestag des historischen Briefwechsels der polnischen und deutschen Bischöfe am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dies sei der „Startschuss für einen Versöhnungsprozess“ gewesen. Heute habe das Bistum Görlitz ganz normale Kontakte mit seinen schlesischen Nachbardiözesen Zielona Gora, dem früheren Grünberg, und Legnica, ehemals Liegnitz. Sie seien zwischen den Pfarrern und Gemeinden, die sich gegenseitig besuchen und bei bestimmten Anlässen gemeinsame Gottesdienste feiern. Dies habe durch den EU-Beitritt Polens noch zusätzlich einen starken Impuls erhalten. Ipolt führte auch seine häufigen Besuche in dem Nachbarland an. Er fahre zumeist nach persönlichen Einladungen von polnischen Bischöfen etwa zu Wallfahrten. Im Auftrag seiner deutschen Amtsbrüder habe er zudem bereits zwei Mal an der Vollversammlung der Polnischen Bischofskonferenz teilgenommen.

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