Pius-Bruderschaft droht Williamson mit Ausschluss

Hamburg (DT/KNA) Die traditionalistische Pius-Bruderschaft hat ihrem Bischof Richard Williamson mit Ausschluss gedroht. „Wenn er erneut den Holocaust leugnet, wird das geschehen“, sagte der Generalobere der Priesterbruderschaft, Bernard Fellay, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Er forderte Williamson auf, „für eine gute Zeit aus der Öffentlichkeit“ zu verschwinden. Es sei wahrscheinlich für alle besser, wenn er schweige und in irgendeiner Ecke bleibe. Williamson und Fellay sind zwei von vier Traditionalisten-Bischöfen, deren Exkommunikation der Vatikan Ende Januar aufhob. Fast zeitgleich wurde ein Interview bekannt, in dem Williamson die Existenz von Gaskammern leugnete und die Zahl der ermordeten Juden auf 200 000 bis 300 000 bezifferte. Vergangene Woche entschuldigte sich Williamson für die Folgen seiner Aussagen und relativierte sie. Explizit zurück nahm er sie aber nicht. Der Vatikan bezeichnete die Erklärung als unzureichend. Fellay sprach dagegen von einem Schritt in die richtige Richtung. Die Bitte um Verzeihung sei ehrlich, „die Rücknahme seiner Worte echt“. Dass Williamson sein Amt aber wieder in vollem Umfang ausübe, sei „unter den jetzigen Umständen ausgeschlossen“, sagte Fellay. „Wir distanzieren uns ganz klar.“ Die Pius-Bruderschaft hatte Williamson nach Bekanntwerden des Interviews seiner Ämter enthoben. Eine mögliche erneute Exkommunikation durch den Vatikan hält Fellay dagegen für unwahrscheinlich. „Ich bezweifle das“, sagte der Generalobere dem „Spiegel“. So gravierend die Leugnung des Holocaust auch sei, sie sei nicht im kanonischen Recht vorgesehen – „also ist eine Exkommunikation nicht möglich“. Mit Blick auf weitere Weihen durch seine Priesterbruderschaft wies der Generalobere Forderungen nach einem Ende dieser Praxis zurück. Es werde weiter Weihen geben.

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