Personalien

Stephen Brislin (53), bislang Bischof im südafrikanischen Kroonstad, wird neuer Erzbischof von Kapstadt. Der Vatikan teilte die Ernennung durch Papst Benedikt XVI. am Freitag mit. Brislin, der auch in Kroonstad geboren wurde und seine Heimatdiözese seit 2006 leitete, wird Nachfolger von Erzbischof Lawrence Patrick Henry (75), dessen altersbedingtes Rücktrittsgesuch der Papst am gleichen Tag annahm.

Henryk Muszynski (76), neuer polnischer Primas, hat mit einem feierlichen Gottesdienst sein Amt angetreten. An der Feier im Dom der westpolnischen Stadt Gniezno (Gnesen) nahmen am Samstag 40 Kardinäle und Bischöfe aus Polen und anderen Ländern teil. Muszynski, seit 1992 Erzbischof von Gniezno, löst Kardinal Jozef Glemp ab, der das Amt des Primas an seinem 80. Geburtstag am Freitag niederlegte. Muszynski kritisierte in seiner Predigt das Kruzifix-Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs. Die Freiheit derer, die das Kreuz störe, müsse dort enden, wo sie das Recht der Gläubigen auf Religionsfreiheit beschneide, forderte er. „Wir erwarten nur Respekt vor unseren Überzeugungen und den Symbolen unseres Glaubens“, so der Erzbischof. Der Menschenrechtsgerichtshof hatte Anfang November gegen christliche Kreuze in italienischen Klassenzimmern entschieden. Muszynski darf zwar als Primas nach polnischem Kirchenrecht wie ein Kardinal ein purpurnes Birett tragen, Papst Benedikt XVI. ernannte ihn aber nicht zum Kardinal. Zu seinen Aufgaben gehören TV-Ansprachen etwa an Weihnachten sowie die Leitung der Wahl des Episkopats-Vorsitzenden. Zugleich ist er die Integrationsfigur der Bischofskonferenz, die mit mehr als 130 Mitgliedern eine der größten weltweit ist. Benedikt XVI. hatte Ende 2006 entschieden, dass Glemp, der frühere Erzbischof von Warschau und Gniezno, an seinem 80. Geburtstag den Primastitel an den Erzbischof von Gniezno abgeben solle, der fortan in Personalunion das Ehrenoberhaupt der Kirche Polens ist. Die westpolnische Stadt ist der historische Sitz des polnischen Primas. Muszynski bleibt allerdings nur bis zu seinem 77. Geburtstag am 20. März im Amt. Als Favorit für seine Nachfolge wird der amtierende Apostolische Nuntius in Polen, Erzbischof Jozef Kowalczyk (71), gehandelt.

Alfons Hardt (59), Generalvikar des Erzbistums Paderborn, ist am Freitag in das Amt des Domdechanten im Paderborner Dom eingeführt worden. Er löst Weihbischof Manfred Grothe (70) ab, der in derselben Zeremonie entpflichtet und als Domkapitular eingesetzt wurde. Einen solchen Wechsel habe es in der jüngeren Geschichte des Domkapitels nicht gegeben, sagte Dompropst Wilhelm Hentze in seiner Ansprache. Grothe hatte Erzbischof Hans-Josef Becker Mitte November um Entpflichtung gebeten, nachdem er vom Vatikan mit der Visitation des Internationalen Hilfswerks „Kirche in Not“ beauftragt worden war. Hardt wurde 2003 zum stellvertretenden Generalvikar und 2004 zum Generalvikar ernannt.

Günter Berghaus, früherer Essener Dompropst, wird am Dienstag 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass gibt es nach Angaben des Bistums Essen einen Dankgottesdienst um 11 Uhr in der Kapelle der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung. Im Anschluss ist ein Empfang im Festsaal des Neuen Stiftshauses geplant. Als „Essen sein Dompropst“, wie ihn der Ruhrgebiets-Volksmund nannte, stand er von 1993 bis 2004 dem Domkapitel der 1958 gegründeten Diözese vor. Wichtigste Stationen seiner Amtszeit waren die Grundsanierung des Essener Doms, die Wiedereröffnung der umgebauten Domschatzkammer, der Bau der Rieger-Orgel sowie die Einrichtung der Nikolaus-Groß-Kapelle. Berghaus war stets auch für Ungewöhnliches zu haben: Am dritten Advent 2000 ließ er die Dommusiker in einem Pontifikalamt einen „Tango für acht Hände“ auf der Orgel spielen. Berghaus, geboren 1929 im sauerländischen Heggen, wurde 1956 in Paderborn zum Priester geweiht. Er arbeitete als Vikar und Kaplan, ehe er 1965 Stadtjugendseelsorger in Oberhausen wurde. 1970 ging er zum Diözesan-Caritasverband, dessen Direktor er von 1974 bis 1999 war. 1976 wurde er päpstlicher Ehrenkaplan, 1990 residierender Domkapitular.

Prälat Hans-Werner Thönnes ist vom Essener Bischof Franz-Josef Overbeck zu seinem Generalvikar ernannt worden. Diese Entscheidung gab der neue Ruhrbischof am Schluss des Pontifikalamtes aus Anlass seiner Amtseinführung am Sonntag, 20. Dezember, im Essener Dom bekannt. Thönnes war bereits vom 1. September 2004 bis 19. Dezember 2008 „alter ego“ von Bischof Felix Genn. Gleichzeitig gab Bischof Overbeck bekannt, dass er Weihbischof Franz Vorrath als Bischofsvikar für die Caritas bestätigt und Weihbischof Ludger Schepers zum Bischofsvikar für Weltkirche und Mission, für Geistliche Gemeinschaften und Bewegungen und Ordensgemeinschaften ernannt habe.

Gerda Riedl (48), Augsburger Theologieprofessorin ist von Bischof Walter Mixa zum 1. August 2010 als Leiterin der Hauptabteilung Schulischer Religionsunterricht im Referat Schule der Diözese Augsburg berufen worden. Riedl übernimmt damit in dem von Weihbischof Anton Losinger geführten Referat Schule und Bildung einen zentralen Bereich der Glaubensvermittlung. Die Hauptabteilung wurde bisher von Oberstudiendirektor Ludwig Rendle geleitet, der in den Ruhestand geht.

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16.09.2021, 13 Uhr
Stephan Baier