Personalien

Benedikt XVI. hat einen neuen Bischof für die kanadische Diözese Antigonish ernannt. Brian Dunn, bisher Weihbischof für die Diözese Sault St. Marie, wurde Nachfolger von Bischof Raymond Lahey, der in einen Kinderpornografie-Skandal verwickelt ist. Dunn sagte, er werde sich bemühen, den „tief verletzten“ Menschen in der Diözese Antigonish zu helfen. Raymond Lahey war im Oktober festgenommen worden, weil auf seinem Laptop homosexuelle Darstellungen mit Minderjährigen gefunden wurden. Der Bischof bot seinen Rücktritt an, der vom Papst angenommen wurde. Später wurde bekannt, dass es bereits in den achtziger Jahren Anschuldigungen gegen Lahey gegeben hatte. Erzbischof Martin Currie von Saint John's in Neufundland sagte kanadischen Medienberichten zufolge, ein Jugendlicher habe 1985 im Gespräch mit einem Geistlichen angegeben, in der Wohnung des damaligen Pfarrers Lahey Pornografie gesehen zu haben. Daraufhin sei auch der damalige Erzbischof von Saint John's informiert worden. Ob Maßnahmen ergriffen wurden, ließ Currie offen. Unterdessen erklärte Erzbischof Anthony Mancini von Halifax, der vorübergehend als Administrator der Diözese Antigonish fungiert hatte, die Kirche werde die Anwaltskosten für Lahey nicht übernehmen. Lahey habe auch nicht um Unterstützung gebeten.

Kardinal Jozef Glemp tritt an seinem 80. Geburtstag am 18. Dezember als Primas der katholischen Kirche in Polen ab. Wie die Polnische Bischofskonferenz am Dienstag mitteilte, wird der Erzbischof von Gniezno (Gnesen), Henryk Muszynski, das traditionelle Ehrenamt übernehmen. Papst Benedikt XVI. hatte Ende 2006 entschieden, dass Glemp, der früher Erzbischof von Warschau und Gniezno (Gnesen) war, erst an seinem 80. Geburtstag den Primastitel an den Erzbischof von Gniezno abgeben solle. Kardinal Glemp ist seit dem 7. Juli 1981 „Primas Poloniae“. Johannes Paul II. machte den damals 51-Jährigen zum Erzbischof von Warschau und Gnesen. Damit wurde der neue Primas auch Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, die Glemp in der Folge 23 Jahre hindurch leitete. Kardinal Glemp behielt das Amt des Primas jedoch auch, als er nach der Teilung der Erzdiözese Gnesen-Warschau 1992 Erzbischof von Warschau war. Bis 1994 war der polnische Primas automatisch Vorsitzender der Bischofskonferenz.

Marco Tarquinio (51) ist neuer Chefredakteur der italienischen katholischen Tageszeitung „Avvenire“. Der Verwaltungsrat beschloss am Dienstag die Ernennung des Journalisten, wie die bischöfliche Nachrichtenagentur SIR berichtete. Tarquinio hatte das Blatt der italienischen Bischofskonferenz seit September übergangsweise geleitet, nachdem der bisherige Chef Dino Boffo im Eklat zurückgetreten war. Der aus dem mittelitalienischen Umbrien stammende Tarquinio kam 1994 zum „Avvenire“, wo er viele Jahre für die Berichterstattung aus Rom zuständig war. 2007 wurde er zum stellvertretenden Chefredakteur. Vor seiner Zeit beim „Avvenire“ war Tarquinio zuletzt für die politische Redaktion der römischen Tageszeitung „Il Tempo“ verantwortlich. Tarquinios Vorgänger Dino Boffo war im September nach einer gegen ihn gerichteten Kampagne der Berlusconi-nahen Tageszeitung „Il Giornale“ zurückgetreten. Das Blatt warf Boffo eine angebliche homosexuelle Affäre vor. Dieser bestritt die Behauptungen. Die italienischen Bischöfe hatten sich auf Boffos Seite gestellt. Zuvor hatte Boffo Ministerpräsident Berlusconi unter anderem wegen der neuen Einwanderungsgesetze in seiner Zeitung wiederholt scharf kritisiert.

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