Personalien

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird bei seinem nächsten Besuch in Rom am 26. Juni Papst Franziskus im Vatikan treffen, aber auch eine jahrhundertealte Tradition erneuern: Macron nimmt den Titel des Ehren-Kanonikers der Lateranbasilika an. Diese Ehre wurde in der Renaissancezeit den französischen Staatsoberhäuptern gewährt. Das berichtete die Westschweizer katholische Nachrichtenagentur cath.ch am Montag. Das Privileg ist unter anderem mit der Erlaubnis verbunden, in die Kirche mit einem Pferd einzureiten. Historischer Hintergrund ist der dramatische Konfessionswechsel von König Heinrich IV. Dieser bestieg den Thron zu einer Zeit, als heftige religiöse Konflikte zwischen den französischen Protestanten (Hugenotten) und Katholiken das Land erschütterten. Bei seiner Wahl im Jahr 1593 schwor Heinrich dem reformatorischen Glauben ab und konvertierte zum Katholizismus. Papst Clemens VIII. (1592–1605) sprach den König in einem Gottesdienst am 17. September 1595 von jeglicher früherer Irrlehren-Zugehörigkeit frei. Heinrich IV. dankte es dem Papst mit der im Jahre 1604 erfolgten Übertragung sämtlicher Einkünfte der reichen Benediktinerabtei Clairac an das Kapitel der Lateran-Basilika. Clemens ließ daraufhin eine Statue zu Ehren des Herrschers errichten, die auch heute noch im Atrium der Basilika steht, und er verlieh ihm den Ehrentitel eines „Protocanonicus“ (Ehrendomherr).

Seit vierhundert Jahren ist die Tradition erhalten geblieben. Den Präsidenten Frankreichs wird Titel „Erster und einziger Ehrenkanoniker“ verliehen. Macron stammt aus einer nichtreligiösen Familie, ließ sich aber mit zwölf Jahren katholisch taufen. Einen Teil seiner Schulausbildung absolvierte er an einer Jesuitenschule.

Papst Franziskus hat den deutschen Vatikandiplomaten Erzbischof Martin Krebs (61) zum Nuntius in Uruguay ernannt. Das gab der Vatikan am Samstag bekannt. Bislang war Krebs Botschafter des Papstes für Neuseeland und die ozeanischen Inselstaaten. Der aus Essen stammende Krebs studierte an der päpstlichen Diplomatenakademie in Rom und war anschließend auf verschiedenen Nuntiaturposten im Einsatz. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn 2008 zum Nuntius in Mali und Guinea in Westafrika. 2013 wechselte Krebs nach Neuseeland und Ozeanien.

Die deutsche Sektion des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ bekommt eine neue Führung. Betroffen sind Vorstand und Geschäftsführung, wie das Hilfswerk vor wenigen Tagen in München mitteilte. Der bisherige Vorsitzende, der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke (63), (Foto: KNA) hat sein Amt, das er seit August 2014 innehatte, zum 14. Juni niedergelegt. Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert (52) wird laut Mitteilung voraussichtlich zum 1. August „Kirche in Not“ verlassen. Ihre Nachfolge wird vom neuen Vorstand entschieden. Der bisherige Vorstand mit Hanke habe sein Amt seit dem vergangenen Jahr kirchenrechtlich nur noch provisorisch ausgeübt, so die Mitteilung. Nun solle auf Wunsch der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ die deutsche Sektion personell und strukturell neu ausgerichtet werden. Ziel sei, den eingetragenen Verein an die zentrale Struktur der Stiftung anzupassen, die schon in einer Reihe der 23 nationalen Sektionen des weltweiten Werkes umgesetzt sei. Hanke habe mit der Leitung vereinbart, diese Neuregelung auf den Weg zu bringen, um danach Neuwahlen anzusetzen. „Kirche in Not“ ist eine Stiftung päpstlichen Rechts. Ein neuer Vorsitzender wird bei der nächsten Mitgliederversammlung, die voraussichtlich im Herbst 2018 stattfinden wird, gewählt werden und muss von der päpstlichen Stiftung kirchenrechtlich bestätigt werden. Der neue Vorsitzende beruft anschließend den neuen Geschäftsführer, der ebenfalls bestätigt werden muss. Fenbert hatte dieses Amt seit 2009 ausgeübt. Bis zur Bestätigung der neuen Führungsstruktur vertrete der stellvertretende Vorsitzende Josef Dohrenbusch den Verein nach außen, hieß es.

Georg Khevenhüller (57) ist neuer Präsident des Malteser Hilfsdienstes. Die 180 Stimmberechtigten der Malteser Bundesversammlung wählten ihn am Wochenende in das Amt, wie die Organisation in Köln mitteilte. Khevenhüller folgt auf Constantin von Brandenstein (64), der 26 Jahre lang Präsident der Malteser war. Nach seiner Wahl sprach sich Khevenhüller für bessere Bedingungen im Ehrenamt aus. Freiwilliges Engagement könne viel, manchmal sogar mehr bewirken als bezahlte Dienstleistungen. „Und es stärkt den Zusammenhalt in unserem Land. Unsere Gesellschaft könnte noch viel mehr von diesem Engagement gebrauchen.“ Daher seien etwa weniger Bürokratie, eine großzügige Freistellung für Einsätze und mehr Anerkennung gefragt.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki würdigte die Arbeit der Malteser am Sonntag in einem Festgottesdienst. Die Organisation mache ernst damit, „dass man Christen an ihren Früchten erkennt“, sagte Woelki. Es gehöre zur Tradition der Malteser, aus dem Glauben heraus Menschen in Not zu helfen.

Papst Franziskus hat einen Mathematiker als Mitglied in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften berufen. Der 70-jährige Sudanese Mohamed Hag Ali Hassan ist Präsident der Sudanesischen Nationalakademie der Wissenschaften und leitet unter anderem den internationalen Beirat des Zentrums für Entwicklungsforschung der Universität Bonn. Er studierte in Oxford und war Präsident der Afrikanischen Akademie der Wissenschaften; als solcher gründete er ein Netzwerk von Akademien der einzelnen Länder Afrikas. Hassan ist Präsident des Universitätsrates bei den Vereinten Nationen. Seine Veröffentlichungen auf dem Feld der theoretischen Physik sowie der Plasma- und Kernfusionsforschung brachten ihm zahlreiche internationale Auszeichnungen ein.

Der Regensburger Dompropst Anton Wilhelm ist tot. Er verstarb laut Mitteilung des Bistums am Freitagmorgen nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren. Wilhelm war 42 Jahre Priester, seit 1986 nahm er Leitungsverantwortung wahr, zunächst als Regens des Priesterseminars, nach seiner Ernennung zum Domkapitular 1997 im Ordinariat. 2013 wählte ihn das Domkapitel zum Domdekan, 2016 wurde Wilhelm von Bischof Rudolf Voderholzer zum Dompropst ernannt. Der Verstorbene stammte aus Münchsmünster und wurde 1976 in Regensburg zum Priester geweiht. Am Freitag wird Wilhelm in der Grablege des Domkapitels in Regensburg beigesetzt.

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10.06.2021, 17  Uhr
Josef Bordat
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