Personalien

Anna Maria Knörchen, eine der letzten Weggefährtinnen der heiligen Edith Stein, ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Sie erlag am Samstag im Kreis ihrer Familie in Wesseling bei Köln einem Herzversagen, wie ihre Tochter dort mitteilte. Knörchen lernte die jüdische Gelehrte Stein (1891–1942) und spätere Ordensschwester 1933 im Kloster in Köln kennen, wo die damals 18-Jährige als Hauswirtschafterin arbeitete und auch wohnte.

Noch wenige Monate vor ihrem Tod berichtete Knörchen, die zwei Kinder, vier Enkel und vier Urenkel hinterlässt, begeistert über die Freundlichkeit und Bescheidenheit der promovierten Philosophin und heiligen Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz. „Ihr Bett hat sie schon mal selber gemacht, um mir Arbeit abzunehmen“, sagte die alte Dame, die zuletzt bei Tochter und Schwiegersohn in Wesseling lebte. Die aus Köln stammende „Anni“ erlebte entscheidende Stationen im Leben der Ordensfrau mit, darunter deren Eintritt in den Karmel am 12. Oktober 1933, ihre feierliche Einkleidung zur Karmelitin am 15. April 1934 und auch ihre Flucht vor den NS-Schergen an Silvester 1938 in die Niederlande. Im dortigen Karmel in Echt wurde Stein gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa am 2. August 1942 von der Gestapo verhaftet und am 9. August in Auschwitz ermordet. Auch an Edith Steins Seligsprechung am 1. Mai 1987 in Köln und ihrer Heiligsprechung am 11. Oktober 1998 in Rom nahm Anna Maria Knörchen persönlich teil. Nach Angaben des Beauftragten für Selig- und Heiligsprechungsverfahren im Erzbistum Köln, Prälat Helmut Moll, war Anna Maria Knörchen eine der letzten Weggefährtinnen Edith Steins.

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