Personalien

Papst Franziskus hat den verstorbenen Kardinal und früheren Erzbischof von Chicago, Francis George, als „weisen und liebenswürdigen Hirten“ gewürdigt. In einem am Wochenende vom Vatikan veröffentlichen Beileidstelegramm erinnerte er an Georges Wirken als Erzbischof und sein Zeugnis als Ordensmann. George erlag am Freitag im Alter von 78 Jahren seinem langen Krebsleiden. Der Oblatenpater leitete das drittgrößte Bistum der USA von 1997 bis 2014. Von 2007 bis 2010 war er Vorsitzender der Bischofskonferenz. Der Papst sagte dem Erzbistum Chicago in dem an Georges Nachfolger Blase Cupich adressierten Schreiben sein Gebet für den Verstorbenen zu. Zum Jahreswechsel hatte George seine Krebstherapie abgebrochen. Er hatte sich freiwillig als Testperson für ein noch nicht zugelassenes Medikament zur Verfügung gestellt, das allerdings nicht anschlug. Die behandelnden Ärzte erklärten, auch wenn es dem Kardinal nicht geholfen habe, könnten die Testergebnisse anderen Krebspatienten helfen. George litt seit Jahren an Nierenkrebs. Im September 2014 nahm Papst Franziskus seinen Amtsverzicht an. Die Amtsübergabe an den Nachfolger Blase Cupich fand Mitte November statt. George ist der erste Bischof in der 124-jährigen Geschichte der Diözese Chicago, der nicht im Amt starb. Geboren am 16. Januar 1937 in Chicago, trat George nach dem Besuch einer Ordensschule der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria 1957 dieser Gemeinschaft bei. Als Generalvikar seines Ordens arbeitete er von 1974 bis 1986 in Rom. 1990 wurde er zum Bischof geweiht. Vor seiner Berufung nach Chicago war George Bischof von Yakima im Bundesstaat Washington (bis 1996) und Erzbischof von Portland in Oregon. 1998 erhob ihn Johannes Paul II. in den Kardinalsstand. Prägende Ereignisse seiner Amtszeit in Chicago waren der Skandal um sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester sowie die politischen Auseinandersetzungen um Abtreibung, Einwanderung und gleichgeschlechtliche Partnerschaften. 2014 veröffentlichte George ein Dossier von 15 000 Seiten über Missbrauchsvorwürfe gegen 36 Priester der Diözese.

Kardinal Justin Francis Rigali, früherer Vatikandiplomat und von 2003 bis 2011 Erzbischof von Philadelphia, hat am Sonntag das 80. Lebensjahr erreicht. Mit Erreichen dieser Altersgrenze verliert er sein Stimmrecht im Konklave. Das Kardinalskollegium zählt derzeit 223 Mitglieder; davon könnten 120 an einer Papstwahl teilnehmen; neun von ihnen sind Amerikaner. Der aus Los Angeles stammende Rigali übernahm nach Stationen in der vatikanischen Bischofskongregation und als Erzbischof von Saint Louis in Missouri 2003 die Leitung des Erzbistums Philadelphia. Er ging unter dem Verdacht in den Ruhestand, Missbrauchsfälle in seinem Erzbistum nicht transparent aufgeklärt zu haben. Rigali hatte zwischen 1970 und 1994 hochrangige Ämter an der vatikanischen Kurie inne. Unter anderem leitete er von 1985 bis 1989 die Päpstliche Diplomaten-Akademie; anschließend wurde er Sekretär der Bischofskongregation und des Kardinalskollegiums. 1994 ernannte Johannes Paul II. Rigali zum Erzbischof von Saint Louis. Von dort wechselte er auf den renommierten Bischofsstuhl von Philadelphia, der traditionell mit der Kardinalswürde verbunden ist. Philadelphias derzeitiger Erzbischof Charles Chaput (70) ist im September Gastgeber von Papst Franziskus beim katholischen Weltfamilientag.

Pater Alfons Tony (55) ist am Freitag in seinem Amt als Provinzial der Deutschen Provinz der Augustiner bestätigt worden. Der Orden unterhält Niederlassungen in bundesweit sieben Orten und zählt nach eigenen Angaben in Deutschland 61 Mitglieder, davon sind 47 Priester. Tony stammt aus Bad Mergentheim und wurde 1987 in Würzburg zum Priester geweiht. Die Wahl fand beim vorbereitenden Arbeitstreffen zum Provinzkapitel im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg statt. Generalprior Pater Alejandro Moral Anton wird Tony beim Hauptteil des Provinzkapitels vom 25. bis 28. Mai im Tagungszentrum Schmerlenbach für seine zweite Amtszeit einsetzen.

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Die Pastoral muss kreativ begleiten und motivieren. In der Slowakei will die Kirche dafür den richtigen Weg finden. Papst Franziskus ermutigte bei seinem Besuch dazu. Ein Gastkommentar.
18.09.2021, 19 Uhr
Thomas Schumann