Personalien

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Kardinal Edward Michael Egan ist tot. Der frühere Erzbischof von New York starb am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) nach einem Herzstillstand im Alter von 82 Jahren im Krankenhaus, wie die Erzdiözese New York bestätigte. Egan war von 2000 bis 2009 Erzbischof von New York. Der verstorbene Kardinal stammte aus Illinois. Er studierte zunächst in seiner Heimat und danach in Rom, wo er das Kirchenrecht zu einem seiner Schwerpunkte machte. 1957 wurde er zum Priester der Erzdiözese Chicago geweiht. Zwischen 1972 und 1985 war Egan als Richter an der Rota in Rom tätig, bevor ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in New York ernannte. 1988 wurde er Bischof von Bridgeport. Im Jahr 2000 trat Egan die Nachfolge von Kardinal John Joseph O'Connor als Erzbischof von New York an. 2001 nahm ihn Johannes Paul II. ins Kardinalskollegium auf. Egan führte die Diözese unter anderem durch die schwierige Zeit nach den Anschlägen des 11. September 2001. Auf Ebene der Weltkirche fungierte Egan 2001 – wenige Tage nach der Terrorattacke – als Generalrelator der damaligen Bischofssynode in Rom über die Herausforderungen der Gegenwart an das Bischofsamt. Zu den weiteren Höhepunkten seiner Amtszeit zählte der USA-Besuch von Benedikt XVI. 2008 mit Gottesdiensten in der St. Patrick's Cathedral und im Yankee-Stadion. Ein Schwerpunkt von Egans Amtszeit war die Konsolidierung der New Yorker Diözesanfinanzen. Durch straffe Sparmaßnahmen gelang es ihm trotz finanzieller Turbulenzen in Folge des Missbrauchsskandals, eine mehrere Millionen Dollar umfassende Haushaltslücke zu schließen. Kritiker bemängelten Egans Führungsstil als zu reserviert und als autoritär. 2009 nahm Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch Egans aus Altersgründen an. Egan war der erste Bischof in der 200-jährigen Geschichte der New Yorker Ortskirche, der den Bischofsstab zu Lebzeiten an seinen Nachfolger, Timothy Dolan, weitergab. Das Kardinalskollegium hat nach Egans Tod noch 226 Mitglieder. Davon sind 125 unter 80 Jahre alt und wären damit zur Papstwahl berechtigt.

Der emeritierte Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele (86) (Foto: KNA) feiert am 9. März den 40. Jahrestag seiner Bischofsweihe. Aus Anlass dieses seltenen Jubiläums lädt das Bistum am 15. März zu einem Pontifikalgottesdienst in den Würzburger Dom. Der Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt weihte Scheele 1975, als dieser Weihbischof wurde. Von 1979 bis 2003 war er Bischof von Würzburg. Bis zu seinem altersbedingten Amtsverzicht leitete Scheele 27 Jahre lang auch die Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Als Ökumene-Experte ist er bis heute international gefragt, etwa im Dialog mit den altorientalischen Kirchen. Auch tritt er weiterhin als Buchautor in Erscheinung. Er habe nun mehr Zeit für die zentralen bischöflichen Dienste der Verkündigung und der Sakramentenspendung, sagte Scheele am Dienstag im Interview mit der Bischöflichen Pressestelle. „Man hat auch mehr Möglichkeiten, schriftlich weiterzugeben, was einem wichtig ist.“ Bei den ökumenischen Aufgaben gebe es zudem kein Verfallsdatum. In Bezug auf die Ernennung von Bischöfen meinte der 86-Jährige, es müssten Wege gefunden werden, Vertreter der betroffenen Diözese auf geeignete Weise einzubeziehen. Scheele stammt aus Olpe in Westfalen und wurde 1952 in Paderborn zum Priester geweiht. 1964 wurde er an der Theologischen Fakultät der Universität Würzburg promoviert und war dann als Journalist für eine kirchliche Zeitschrift Berichterstatter vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965). Es folgten Jahre als Professor in Fulda und Marburg, in Bochum und Würzburg, schließlich von 1971 bis 1979 in Paderborn. Dort leitete er das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, seit 1975 als Weihbischof. Für sein Wirken erhielt Scheele viele kirchliche und staatliche Auszeichnungen. Im ökumenischen Dialog wird Scheele weithin geschätzt. Mit Blick auf die Einheit der Kirche spricht er von einer „Weitervereinigung“, die im Grunde Aufgabe jedes Christen sei. Im Bistum Würzburg setzte Scheele viele Akzente, unter anderem für Familien, Arbeitslose und Mütter in Not. Mit dem Würzburger „Museum am Dom“ eröffnete der passionierte Klavierspieler und Kunstliebhaber 2003 Europas größte kirchliche Sammlung zeitgenössischer Kunst.

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger (57) ist neuer Vorsitzender des Stiftungsrats der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Die bayerischen Bischöfe wählten ihn in dieser Funktion bei ihrer Frühjahrsvollversammlung am Donnerstag in München zum Nachfolger des Münchner Kardinals Reinhard Marx (61). Die vatikanische Bildungskongregation hatte zuvor der Änderung der KU-Stiftungsverfassung zugestimmt. Losinger tritt sein neues Amt offiziell am 15. März an. Stellvertretender Vorsitzender bleibt der Münchner Generalvikar Peter Beer. Ob Losinger von Marx zu einem späteren Zeitpunkt auch noch das Amt des Großkanzlers der KU übernehmen wird, steht noch nicht fest. Darüber werde mit Rom weiter verhandelt, sagte Marx nach dem Abschluss der Beratungen. Der Kardinal hatte diese Aufgabe erst 2011 übernommen. Satzungstechnisch war das Amt an das des Vorsitzenden der Freisinger Bischofskonferenz gekoppelt worden. Damit sollte die große Bedeutung der Uni für die bayerischen Bischöfe unterstrichen werden. Marx versicherte, dass es künftig jedenfalls keine zwei Chefs in der Stiftung geben werde. Die entscheidende Aufgabe falle nun Losinger zu. Schon jetzt sei zu sehen, dass es mit seiner Kompetenz und Vernetzung gut vorangehe. Losinger ist promovierter Volkswirt und Theologe. Seit vielen Jahren ist er auf Landes- und Bundesebene in Ethikräten tätig. Seit 2011 gehört er dem Senat der Max-Planck-Gesellschaft an. Bei den bayerischen Bischöfe herrsche der „klare und einstimmige Wille“, die KU mit Nachdruck stärken und fördern zu wollen, betonte Marx. Eine genaue Zahl nannte der Kardinal nicht, sprach aber von einem zusätzlichen finanziellen Engagement in Höhe von „mehreren Millionen Euro“.

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