Patronin der Lehrer und Schüler

Zum Gedenktag der heiligen Märtyrin Katharina von Alexandrien am 25. November. Von Katrin Krips-Schmidt
Foto: IN | Die heilige Katharina, dargestellt von Caravaggio (1595/96).
Foto: IN | Die heilige Katharina, dargestellt von Caravaggio (1595/96).

Auch wenn es von der heiligen Katharina von Alexandrien, einer der populärsten Heiligen des Mittelalters, heißt, ihr Leben entstamme wahrscheinlich dem Reich der Legende, lohnt es doch, ihre Geschichte zu erzählen.

Die im Orient vermutlich im sechsten oder siebten Jahrhundert entstandene Überlieferung wurde zunächst auf Griechisch verfasst, bevor sie ins Lateinische und in die europäischen Volkssprachen übersetzt wurde. Besonders verehrt wurde Katharina in Frankreich, da die heilige Johanna von Orléans angab, die Märtyrerin sei eine der himmlischen Stimmen gewesen, die ihr die Richtung wies. Katharina zählt zudem zu den drei heiligen Jungfrauen („den drei heiligen Madln“) und damit zu den vierzehn Nothelfern.

Als Tochter aus einer adligen Familie wurde Katharina um das Jahr 292 in Alexandrien in Ägypten geboren, erhielt eine exzellente Ausbildung und war mit einem glänzenden Verstand und einer außergewöhnlichen Schönheit gesegnet. Allerdings war sie auch übermäßig stolz. Sie verbrachte viel Zeit in der damals legendären Bibliothek ihrer Heimatstadt und verschlang geradezu die Werke antiker Philosophen. Als sie dort eines Tages über der Lektüre eingenickt war, erschien ihr in einem Traumgesicht eine wunderschöne Frau mit ihrem kleinen Sohn auf dem Schoß. „Möchtest du sie gerne heiraten?“, fragte die Dame das Kind. „Nein“, kam es zurück. „Sie ist noch nicht wirklich schön, weil sie noch nicht getauft ist.“

Katharina erwachte weinend. Ein Eremit näherte sich ihr und deutete den Traum: „Die Frau war die heilige Jungfrau Maria und der kleine Junge ihr Sohn Jesus Christus. Wenn du Christin wirst, wird er dich schön finden.“

Ein Priester unterrichtete Katharina im Glauben und taufte sie. Bei einer nächsten Vision erschien ihr Christus erneut und vermählte sich mit ihr in einer mystischen Hochzeit.

Der Legende nach fiel Katharina zwischen 306 und 313 der Christenverfolgung des römischen Kaisers Maxentius zum Opfer. Dieser wollte die junge Christin zwingen, ihren Glauben zu verleugnen, damit sie ihr Leben rette. Vor Gericht überzeugte sie jedoch in einem öffentlichen Disput fünfzig heidnische Philosophen von der Wahrheit des Christentums, so dass sie sogar konvertierten.

Darüber war Maxentius so beschämt und empört, dass er alle Gelehrten auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ, anschließend ließ er Katharina foltern und auf ein mit Messern gespicktes Rad fesseln, das durch ein Wunder zerbrach. Schließlich befahl Maxentius, Katharina zu enthaupten. Engel sollen ihren Leichnam auf den Berg Sinai getragen haben, wo Jahrhunderte später ihre Gebeine aufgefunden wurden. Noch heute ist das dort errichtete Katharinenkloster ein beliebter Wallfahrtsort.

Die Märtyrerin wurde zur Patronin der Mädchen und Jungfrauen, der Lehrer, Schüler und Philosophen, der Anwälte und Universitäten, der Bibliotheken und der Bibliothekare sowie aller Berufe, die mit Rad oder Messer zu tun haben: Wagner, Töpfer, Müller, Bäcker, Friseure und Schuster. Angerufen wird die Heilige bei Migräne und Sprachstörungen, und der Kanton Wallis und die Stadt Fribourg haben Katharina zu ihrer Schutzheiligen erkoren.

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