Neuer Hirte für Bozen

Am Sonntag empfängt Ivo Muser die Bischofsweihe

Brixen (DT/KAP) In Südtirol wird am Sonntag der 49jährige Ivo Muser zum neuen Bischof der Diözese Bozen-Brixen geweiht. Der Weiheliturgie im Dom von Brixen steht der Erzbischof von Trient, Luigi Bressan, vor. Mitkonsekratoren sind der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer und der Brixener Altbischof Karl Golser, der im Juli aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Nach der Weihe wird Ivo Muser auf dem Domplatz vom Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder und Vertretern der drei Südtiroler Sprachgruppen offiziell begrüßt. Schon zu Mittag begrüßen die Glocken der Südtiroler Pfarrkirchen den neuen Bischof mit einem zehnminütigen Geläut. Ivo Muser wurde am 22. Februar 1962 in Bruneck geboren. Nach der Matura studierte er in Innsbruck Theologie. 1987 wurde er in Brixen von Bischof Wilhelm Egger zum Priester geweiht. Während seiner weiterführenden Studien von 1991 bis 1995 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom wohnte er im deutschsprachigen Priesterkolleg der „Anima“. Von 1996 bis 2010 leitete Muser als Regens das Priesterseminar in Brixen. Zuletzt war er in Brixen Domdekan und Professor für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule, bevor ihn Papst Benedikt XVI. am 27. Juli zum Diözesanbischof von Bozen-Brixen ernannte.

Zum Brixener Bischofssitz gehörten früher weite Teile der heutigen Diözesen Innsbruck und Feldkirch. Die Annexion Südtirols durch Italien und die neu geschaffene Brenner-Staatsgrenze hatten im Jahre 1918 unüberwindliche Probleme für die kirchliche Arbeit zur Folge. Auf die politischen Schwierigkeiten reagierte der Vatikan 1921 mit der Errichtung der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch. Sie wurde 1925 dem Erzbischof von Salzburg als Metropoliten zugeordnet. Die Absicht, die Apostolische Administratur zu einer Diözese zu erheben, wurde bereits im Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Österreich im Jahr 1933 festgehalten. Zunächst verhinderte die Übernahme der politischen Macht durch die Nationalsozialisten 1938 die Weiterverfolgung dieses Planes. Doch auch nach dem Zweiten Weltkrieg zogen sich die Verhandlungen in die Länge, weil vor allem die Tiroler Landesregierung eine endgültige Regelung der kirchlichen Verhältnisse nördlich des Brenners von einer Neuordnung südlich des Brenners abhängig machte.

Als in Südtirol Anfang der 1960er Jahre die politischen Spannungen bis hin zu Sprengstoffanschlägen und zahlreichen Verhaftungen eskalierten, setzte der damalige Bischof Joseph Gargitter von Brixen alles daran, endlich Diözesangrenzen zu schaffen, die den politischen Verhältnissen Rechnung tragen. Am 6. Juli 1964 errichtete Papst Paul VI. unter Einbeziehung jener deutschsprachigen Gebiete, die bisher der Erzdiözese Trient zugeordnet waren, die Diözese Bozen-Brixen. Genau einen Monat später war es auch nördlich des Brenners so weit. Paul VI. erhob die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch zunächst ohne Grenzveränderung zur Diözese. Als Bischofssitz wurde Innsbruck und als Kathedrale die Stadtpfarrkirche St. Jakob bestimmt. Zunächst umfasste das Diözesangebiet auch Vorarlberg, bis der Papst am 8. Dezember 1968 die eigenständige Diözese Feldkirch errichtete.

Themen & Autoren

Kirche