Muslima in Lourdes geheilt

Leiter des Ärztebüros: Medizinisch nicht erklärbare Genesung einer Schwerkranken

Würzburg (DT) Der Leiter des Ärztebüros von Lourdes, Patrick Theillier, hat im Gespräch mit der „Tagespost“ bestätigt, dass immer mehr muslimische Pilger in der Hoffnung auf körperliche Heilung den französischen Marienwallfahrtsort besuchen. Unter ihnen seien sowohl muslimische Gläubige, die in Frankreich lebten als auch Pilger, die weite Anreisen, etwa aus Pakistan – auf sich nähmen und „Maria hohen Respekt entgegenbringen“. Die französische katholische Tageszeitung „La Croix“ hatte unlängst in einem Beitrag zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen in der Grotte von Massabielle die Heilung von zwei muslimischen Frauen erwähnt. Theillier, der seit 1998 an der Spitze des so genannten „Medizinischen Büros“ und der Internationalen Ärztevereinigung von Lourdes steht, bestätigte, zwei Marokkanerinnen persönlich zu kennen, die aus gesundheitlichen Gründen nach Lourdes pilgerten unternahmen und sich anschließend an das Ärztebüro wandten. Beide Frauen leben nach Angaben Theilliers in Frankreich.

Eine der beiden sei mit einem Katholiken verheiratet und habe nach der Geburt eines Sohnes dreizehn Jahre lang vergeblich auf ein zweites Kind gehofft. Einen Besuch bei Freunden in Südfrankreich habe sie mit einer Wallfahrt nach Lourdes verbunden und sei tief beeindruckt abgereist. Zuhause habe sie kurze Zeit darauf bemerkt, dass sie schwanger geworden war. Der Geburtstag ihrer Tochter fiel auf den 18. Februar. Zur Erinnerung an die Seherin von Lourdes, die bei der Erscheinung am 18. Februar 1858 von der Gottesmutter erstmals persönlich angesprochen wurde, habe die Frau ihr Kind auf den Namen Marie Bernadette taufen lassen. Die Mutter selbst war zu diesem Zeitpunkt Muslima. Der Kontakt zum Ärztebüro ist mittlerweile abgebrochen.

„Sehr gut“, so Theillier, kenne er den zweiten Fall. Die Frau habe ungefähr zehn Jahre an schweren Entzündungen im Darmbereich gelitten. Aufgrund verschiedener Komplikationen, vor allem Abszessen im Darm, sei sie zwölfmal operiert worden. Ihr Zustand habe sich trotz ärztlicher Behandlung nicht verbessert. Eine befreundete Christin habe der Muslima 2004 zu einer Reise nach Lourdes geraten. Zu diesem Zeitpunkt habe die Kranke ihre Schmerzen täglich mit hohen Kortisondosen bekämpft. Beim ersten Bad im kalten Quellwasser habe sie eine starke innere Wärme gespürt und die Überzeugung gewonnen, geheilt worden zu sein. Diese innere Sicherheit habe die Pilgerin dazu bewogen, sämtliche Medikamente abrupt abzusetzen. Seit vier Jahren lebe die Frau ohne ärztliche Behandlung und Medikamente. Ein Abszess im Bauch habe sich von allein aufgelöst. Die Geheilte braucht Theillier zufolge heute auch keine Diät mehr zu halten. Dem Leiter des Ärztebüros gegenüber erklärte sie, sie habe bei ihrer ersten Lourdesreise „nichts über die katholische Kirche gewusst“. An Ostern 2007 habe sich die mit einem Muslim verheiratete Frau taufen lassen. Die Familie habe diesen Schritt nur mühsam akzeptiert. Die Toleranz des Ehemannes habe schließlich die Oberhand gewonnen. Mittlerweile habe die Frau ohne Komplikationen ein Kind zur Welt gebracht. „Sie ist heute sehr glücklich und ich bin immer wieder beeindruckt über ihren Glauben, wenn ich mit ihr telefoniere“, so Theillier.

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