Mission: Glauben in Israel schützen

Investitur Deutscher Grabesritter in Jerusalem Von Oliver Maksan
Foto: Maksan | Weihbischof Shomali, Patriarch Twal, Statthalter Dickmann (von links).
Foto: Maksan | Weihbischof Shomali, Patriarch Twal, Statthalter Dickmann (von links).

Jerusalem (DT) „Ich danke den deutschen Grabesrittern ausdrücklich für ihre Großzügigkeit. Sie helfen uns, unsere Mission im Heiligen Land zu erfüllen.“: Mit diesen Worten hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, am Freitag seine Wertschätzung für die Deutsche Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ausgedrückt, die sich derzeit mit etwa 400 Personen auf Wallfahrt im Heiligen Land befindet. Twal äußerte sich bei einer Pressekonferenz im Patriarchat in Jerusalem, die aus Anlass der Investitur von 25 neuen deutschen Grabesrittern am heutigen Samstag gegeben wurde. Er ist als Patriarch zugleich Großprior und damit nach dem Kardinal-Großmeister in Rom zweithöchster Würdenträger des 1868 errichteten Ordens. Weihbischof William Shomali, für Jerusalem und die palästinensischen Gebiete zuständiger Weihbischof, ergänzte: „Aufgabe des Ordens heute ist es, den Glauben der Christen im Heiligen Land zu schützen.“

Heinrich Dickmann, Statthalter der Deutschen Statthalterei, betonte, dass die Investitur neuer Ritter und Damen aus Deutschland erstmals in Jerusalem selbst stattfinde. „Das hat es in den 80 Jahren unseres Bestehens noch nicht gegeben.“ Gegenüber dieser Zeitung sagte er, dass es nicht schwierig sei, neue Ordensmitglieder zu gewinnen. „Aber wir gehen davon aus, dass es eine lebenslange geistliche Gemeinschaft ist. Man kann sich deshalb nicht bewerben. Außerdem muss jeder Kandidat eine zweijährige Vorbereitungszeit durchlaufen, nach der dann über die Aufnahme entschieden wird.“ Inzwischen sei der Orden im kirchlichen Leben Deutschlands allgemein akzeptiert, so Dickmann. Ausdruck dafür sei etwa, dass Kardinal Marx aus München geistlicher Prior des Ordens in Deutschland sei. Zudem gehöre eine ganze Reihe von Bischöfen der Gemeinschaft an. Auf die Frage, welche Haltung der Orden zum israelisch-palästinensischen Konflikt einnehme, sagte Dickmann: „Wir sind völlig unpolitisch. Aber wir sind auch nicht blind. Wir können nur wünschen, dass die Verantwortlichen zu einer Lösung des Konflikts finden.“ Hauptaugenmerk des Ordens sei es, die Arbeit des Lateinischen Patriarchats zu unterstützen. Dickmann: „Wir als Deutsche Statthalterei haben die Projekte des Lateinischen Patriarchats etwa im vergangenen Jahr mit Spenden in Höhe von 1,6 Millionen Euro unterstützt. Nach Rücksprache mit dem Patriarchat werden damit Schulen, Pfarreien und Sozialeinrichtungen unterstützt. Besonders stolz sind wir auf unseren Sozialfonds. Mit ihm helfen wir in humanitären Notsituationen. 2012 flossen etwa 400 000 Euro in diesen Topf.“

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem hat heute rund 28 000 Mitglieder, die in 58 Statthaltereien organisiert sind. Die größte Statthalterei befindet sich in den USA. Im Nahen Osten gibt es Ordensmitglieder in Jordanien und Palästina.

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