Marx kritisiert Trumps Nordkorea-Politik

Fulda (DT/KNA) Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben die Nordkorea-Politik von US-Präsident Donald Trump deutlich kritisiert. „Es ist irritierend und gefährlich, wenn der US-amerikanische Präsident mit der vollständigen Zerstörung Nordkoreas droht“, erklärte der Konferenzvorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag in Fulda. „Solche rhetorische Eskalation kann dazu beitragen, dass die ohnehin kritische Situation außer Kontrolle gerät. Ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel wäre mit fürchterlichen Opfern verbunden. Er muss auf jeden Fall vermieden werden.“

Die vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen gegen Nordkorea bezeichnete Marx als „gut vertretbar“. Eine nukleare Bewaffnung Nordkoreas könnte zu einem atomaren Rüstungswettlauf Anlass geben, an dem sich möglicherweise gleich mehrere bisherige Nicht-Atomwaffenmächte wie Südkorea, Japan und eventuell noch andere beteiligten. Die nukleare Abschreckung sei während des Kalten Krieges vorübergehend und begrenzt ethisch zu rechtfertigen gewesen. „Dieses Fenster der Legitimität schließt sich heute mehr und mehr“, sagte Marx. Die Bischöfe kritisierten, dass die Atomwaffen-Staaten ihre Verpflichtungen aus dem Nichtverbreitungsvertrag von 1968 nicht erfüllten. Sie betrachteten ihren nuklearen Status bis heute als selbstverständliches Vorrecht und hätten in den zurückliegenden Jahren gigantische Modernisierungsprojekte angeschoben. „Auf diese Weise untergraben sie den Nichtverbreitungsvertrag für Atomwaffen und motivieren faktisch manche Nichtnuklearstaaten, große Anstrengungen zu unternehmen, um selbst in den Besitz dieser Waffen zu gelangen.“

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