Lebendige Laienbewegung mit Tradition

Erstes überregionales Treffen Marianischer Männerkongregationen in Köln

Köln (DT) Die Marianischen Männerkongregationen im deutschsprachigen Raum sind im Aufwind und wollen sich künftig stärker vernetzen. Am vergangenen Sonntag trafen sich erstmals Sodalen aus Köln, Altötting, Eichstätt, Fulda, Herbstein, Ingolstadt, Landshut und München in Köln. Anlass war der 400. Jahrestag der Gründung der Kölner Marianischen Männerkongregation (MC) im Hohen Dom. Am 6. Januar 1608 hatten drei junge Männer vor dem Schrein der Heiligen Drei Könige ihr Leben der Gottesmutter geweiht und gelobt, Gott stets treu zu dienen, den katholischen Glauben zu bewahren und die Mutter Gottes zu verehren und zu lieben. Die neue und schnell wachsende MC wurde später der 1563 von dem Jesuitenpater Jean Leunis in Rom ins Leben gerufenen ersten Marianischen Kongregation („der „Congregatio Prima Primaria“) angeschlossen und erhielt gemäß der Bulle Papst Gregors XIII. Anteil an allen Ablässen und Privilegien, die der Heilige Stuhl MCs gewährte.

Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, selbst Sodale der Kölner MC, verwies in seiner Festpredigt auf das Beispiel der Heiligen Drei Könige, denen die Kongregation unterstellt ist. „Sie machen auch unsere Berufung deutlich, denn von unserer Einstellung zum Geschehen in Bethlehem wird es entscheidend abhängen, ob dieses Licht auch in unserem Leben wirklich aufgehen kann“, erklärte der Kardinal. Die Sterndeuter wussten, dass ihnen das weihnachtliche Licht nicht einfach in den Schoß fällt, so Meisner. Weihnachten sei zwar eine „überwältigende Tat Gottes“, aber das weihnachtliche Licht dränge sich uns nicht auf. Gott selbst komme zwar nach Bethlehem; dies sei seine menschenfreundliche Initiative. „Aber Bethlehem kommt nicht von selbst zu uns nach Köln!“ Wie die Sterndeuter müssten sich die Gläubigen aufmachen, um das Licht Gottes zu finden, erklärte der Kardinal. Ausdrücklich unterstrich der Kölner Erzbischof den Wert der Anbetung, die neben der Verehrung der Gottesmutter, der Treue zum Heiligen Vater in Rom, dem persönlichen Streben nach Heiligkeit und der geistlichen Sorge um Mensch und Welt zum Apostolat der Sodalen gehören. „Wo der Mensch anbetet, dort steht er an der richtigen Stelle“, erklärte Meisner. Die Kirche könne in ihrem tiefsten Wesen nichts anderes sein als die Gemeinschaft jener Menschen, die an Gottes Kommen als Kind in unsere Welt glauben und es anbeten, in ihm den Sinn ihres Lebens finden und neue Menschen werden.

Anschließend zog der Kardinal mit den Sodalen zum Dreikönigenschrein und erneuerte mit ihnen die Lebensweihe.

Beim anschließenden Festakt im Kolpinghaus erinnerte Präses Klaus-Peter Vosen an das Leitmotiv der Gründer, das bis heute die Aktivitäten der MC präge: den Glauben vertiefen und das Glaubenswissen fördern bleibe auch heute eine Verpflichtung für die Sodalen der MC, deren Kongregationskirche St. Maria in der Kupfergasse ist. Dort hatte Vosen am Vorabend von Epiphanie eine feierliche Vesper und eine heilige Messe anlässlich des Jubiläums gefeiert. Kardinal Meisner würdigte die MC als „Glaubensinsel“. Inmitten einer von der Glaubensspaltung geprägten Zeit habe die MC ein Zeichen gegen die Vereinzelung der Katholiken gesetzt. Die Gegenwart des Herrn in Gemeinschaft zu feiern sei auch heute eine Erfahrung, die Sodalen geschenkt werde.

Delegationen Marianischer Kongregationen berichteten beim Festakt über wachsendes Interesse an ihrem Apostolat. Die Zahl der Mitglieder wird bundesweit mit 47 000 angegeben, Tendenz steigend. Prominentester Sodale ist Papst Benedikt XVI., der – wie sein Bruder Prälat Georg Ratzinger – der Regensburger MC angehört. Jubiläen in Ingolstadt (Herbst 2008) und Fulda (2009) dürften diese traditionsreiche Laienbewegung stärker ins Bewusstsein der Gläubigen rücken. Vernetzen möchten sich die deutschen Kongregationen auch international mit Sodalen in Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Polen und Südtirol. Pater Mieczyslaw Lacek OP, Warschauer Moderator aller polnischen Männerkongregationen, verwies auf den 25. März 2010, den 30. Jahrestag der Wiederbelebung der polnischen Kongregationen, die von den Kommunisten jahrzehntelang verboten gewesen waren. Zu diesem Anlass ist erstmals ein internationales Treffen Marianischer Kongregationen in Tschenstochau geplant.

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