Koptischer Bischof: Mehr Rechte für Christen

Eichstätt (DT/KNA) Das Oberhaupt der Kopten in Deutschland, Bischof Anba Damian, hat Gleichberechtigung für die Christen in Ägypten gefordert. Bisher würden sie als „Bürger zweiter oder dritter Klasse“ behandelt, sagte der Bischof am Samstag bei einem ökumenischen Gottesdienst im Eichstätter Dom. Die koptische Minderheit im islamisch geprägten Ägypten verfolge keinerlei politische Ambitionen. Sie fordere nur ihr Lebensrecht ein. Damian bedankte sich für die Solidarität anderer Konfessionen und Religionen nach mehreren Anschlägen auf seine Kirche in Ägypten. Bei einem Attentat mit einer Autobombe waren in der Silvesternacht in Alexandria mindestens 21 Menschen gestorben. Gerade aus Deutschland sei den koptisch-orthodoxen Christen viel Liebe entgegengebracht worden, so der Bischof. Dies zeuge von der „deutschen Hochkultur“. Damian bat zugleich um weitere Unterstützung. Es müsse eine „christliche Allianz“ geformt werden, sonst „werden wir vieles nicht überleben“. Der Bischof sprach von einer „ununterbrochenen Serie von Gewalt“ gegen die Kopten in seiner Heimat. Die Täter kämen meist unbestraft davon. In den vergangenen Jahren hätten sich „antichristliche Parolen“ in den Moscheen Ägyptens gehäuft. Davon wisse die Weltöffentlichkeit aber bisher nichts. Es sei zu wünschen, dass die „Vernünftigen im Islam“ zu Wort kämen, um in den Dialog zu treten. Dann könnten Christen und Muslime gemeinsam zu „Botschaftern des Friedens“ werden. Damian bezeichnete die jüngsten Anschläge in Ägypten als „Angriff auf die Wurzel des Christentums“.

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