„Keine Wunder erwarten“

Bischof Overbeck dämpft Erwartungen an Familiensynode

Mülheim (DT/KNA) Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck warnt vor zu hohen Erwartungen an die Weltbischofssynode im Herbst im Vatikan. Man dürfe von den bischöflichen Beratungen etwa über wiederverheiratete Geschiedene oder Menschen in homosexuellen Beziehungen „keine Wunder erwarten“, sagte er am Dienstagabend in Mülheim. Overbeck verwies auf die weltweit unterschiedlichen kulturellen Traditionen zu diesen Themen. Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Synode Entwicklungen ermögliche, die sich der Komplexität der Weltkirche annähern. Vom 4. bis 25. Oktober kommt die Bischofssynode in Rom zusammen, die konkrete Leitlinien für die Pastoral der Familien erarbeiten will.

Für einheitliche Segensrituale für wiederverheiratete Geschiedene oder homosexuelle Paare, wie sie in Antworten auf die Vatikan-Befragung oder vor wenigen Tagen vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gefordert wurden, sieht Overbeck bislang keine Chance. „Das ist rechtlich für mich nicht möglich.“ Er setze hier auf seine Seelsorger vor Ort. „Ich halte es für gut, hier seelsorgerisch sehr klug vorzugehen – ohne daraus gleich eine öffentliche Norm zu machen.“ Overbeck lobte den neuen Stil der innerkirchlichen Auseinandersetzung, die durch die Synode in Gang gesetzt worden sei. „Dass die Befragung geschieht, ist ein Wunder gegenüber dem, was wir vorher gewohnt waren“, so der Bischof. Zugleich bekundete er die Hoffnung, dass es bei den Beratungen nicht zu gegenseitigen Verwerfungen komme und die Rechtgläubigkeit des anderen nicht infrage gestellt werde.

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