Kein Kontrastmittel

Ehemalige Vatikanbotschafterin lehnt gemeinsamen Auftritt mit Obama ab

Washington (DT/KNA) Die jüngst verabschiedete Botschafterin der Vereinigten Staaten beim Vatikan, Mary Ann Glendon, hat die höchste Auszeichnung für Katholiken in den Vereinigten Staaten abgelehnt. In einem offenen Brief an den Leiter der katholischen Universität Notre Dame im Bundesstaat Indiana, John I. Jenkins, begründete sie den Schritt am Montag (Ortszeit) damit, dass auch Präsident Barack Obama am Tag der Preisverleihung in der traditionsreichen Lehrstätte eine Rede an die Studenten halten soll.

Der Auftritt ist unter Katholiken wegen Obamas liberaler Abtreibungspolitik heftig umstritten. „Ich konnte nur bestürzt die Nachricht zur Kenntnis nehmen, dass Notre Dame auch dem Präsidenten einen Ehrengrad verleihen will“, schreibt Glendon, die am 17. Mai die Laetare-Medaille für besondere Verdienste um die katholische Kirche erhalten sollte.

Weder Preise noch eine Plattform geben

Die langjährige Beraterin der nordamerikanischen Bischofskonferenz erinnerte an deren Empfehlung aus dem Jahr 2004, dass „katholische Institutionen nicht diejenigen ehren sollten, die in Missachtung unserer fundamentalen moralischen Prinzipien handeln“. Sie dürften weder Preise noch eine Plattform erhalten, die eine Unterstützung ihrer Handlungen andeuten könnte, so die Harvard-Rechtsprofessorin. Die Haltung der nordamerikanischen Bischöfe bezeichnete sie als „so vernünftig, dass ich nicht verstehen kann, warum eine katholische Universität sie nicht respektieren sollte“, so die 70-jährige Juristin, die von 2007 bis Januar 2009 ihr Land beim Heiligen Stuhl vertrat.

Den Verantwortlichen von Notre Dame warf sie mit Blick auf jüngste Verlautbarungen der Universität vor, ihre Rede solle den Obama-Auftritt offenbar „ausbalancieren“. Dafür sei sie nicht „das geeignete Vehikel“.

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