Katechten und Blutzeugen

Zum Gedenktag der seligen David Okelo und Gildo Irwa am 18. Oktober. Von Katrin Krips-Schmidt

Gut vierzig Jahre, nachdem Papst Paul VI. am 8. Oktober 1964 den Märtyrer Karl Lwanga und mit ihm seine 21 Gefährten aus Uganda heiliggesprochen hatte, erhob Papst Johannes Paul II. am 20. Oktober 2002 zwei junge Katecheten zur Ehre der Altäre, die erst kurz zuvor den Weg zum Christentum gefunden hatten und wie ihre Glaubensbrüder hundert Jahre zuvor als Blutzeugen für Christus den Tod fanden. Beide waren Kinder heidnischer Eltern und gehörten dem Stamm der Acholi an.

David Okelo wurde um 1902 in Payira geboren, Gildo Irwa kam um 1906 in Bar Kitoba zur Welt. Sie wurden beide im Juni 1916 von Pater Cäsar Gambaretto getauft, der den Comboni-Missionaren angehörte, die die Missionsstation von Kitgum leiteten. Drei Monate später empfingen sie das Sakrament der Eucharistie und der Firmung.

Als 1917 der Katechet von Paimol starb, bat David Okelo, von missionarischen Eifer angetrieben, Pater Gambaretto um die Erlaubnis, die Tätigkeit des verstorbenen Missionars an dem 80 Kilometer entfernten Ort zu übernehmen. Der damals erst zwölfjährige Gildo wollte David unbedingt begleiten und ihn bei seiner Aufgabe unterstützen. Pater Gambaretto stimmte zu, nicht ohne die beiden jugendlichen Katecheten über die Gefahr ihrer Missionstätigkeit aufgeklärt zu haben. Denn Menschen- und Elfenbeinhändler trieben ihr Unwesen in der Gegend, zudem gab es Hungersnöte und Krankheiten: Für all das gaben örtliche Zauberer der neuen Religion die Schuld, was bei der Bevölkerung Ängste und Hassgefühle hervorrief. Pater Gambaretto fragte David und Gildo: „Seid ihr also bereit, nach Paimol, zu gehen, selbst auf die Gefahr hin, dass sie euch umbringen?“ Sie waren bereit. In Paimol angekommen, wies der Häuptling des Dorfes ihnen eine Bleibe zu, und zunächst schien alles in Ordnung zu sein: Die beiden Katecheten waren beliebt, beteten und sangen mit der Jugend und lehrten sie den Katechismus.

Am 18. oder 19. Oktober 1918 geschah das Unfassbare. David Okelo wurde von fünf Männern überwältigt und mit Lanzenstichen getötet, Gildo, weil er ja noch ein Kind war, zunächst verschont. Doch er erwies sich als glaubensstark, sodass er den Angreifern entgegenrief: „Wenn ihr David getötet habt, dann tötet auch mich. Auch ich habe wie er die Religion unterrichtet.“ Und so wurde auch er ermordet.

Papst Johannes Paul II. sagte über die beiden unerschrockenen Blutzeugen für den Glauben: „David und Gildo sind Vorbilder und Fürsprecher für die Katecheten auf der ganzen Welt.“

Themen & Autoren

Kirche