Kardinal: Großbritannien unfreundlich gegen Gläubige

London (DT/KNA) Großbritannien weist nach Einschätzung von Kardinal Cormac Murphy-O'Connor ein „unfreundliches Klima“ für Gläubige aller Art auf. Wegen des wachsenden Säkularismus werde Religion immer mehr als ein Ausdruck „persönlicher Exzentrik“ gesehen, zitiert die Sonntagszeitung „Sunday Telegraph“ aus dem neuen Buch des Erzbischofs. Dabei könne die „Intoleranz liberaler Skeptiker“ genauso repressiv sein wie die „Intoleranz von Gläubigen“. Das Buch über die multikulturelle Gesellschaft mit dem Titel „Faith in the Nation“ („Glauben an die Nation“) ist ab Montag erhältlich. Darin schreibt der Kardinal laut „Telegraph“, ein immer aggressiverer Atheismus habe aber auch zu einem Zusammenrücken der drei großen Religionen Christentum, Judentum und Islam geführt. Die katholische Kirche habe aufgrund ihrer Werte und Familienpolitik derweil am meisten unter den „Anfeindungen“ der liberalen Mehrheit gelitten, so der Kardinal. Dabei seien Katholiken nicht die einzigen, die den Verfall der „liberalen Gesellschaft“ in eine „libertinistische Gesellschaft“ beklagten. Murphy-O'Connor und andere hatten sich entschieden gegen das im November verabschiedete britische Embryonengesetz ausgesprochen. Es gestattet unter anderem die Schaffung von sogenannten Lebensretter-Geschwistern für kranke Kinder sowie künstliche Befruchtung für homosexuelle Frauen.

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