Würzburg

Im Gebet durchstarten II

Im geistlichen Leben gibt es keine Plattformen wir bewegen uns ständig entweder zu Gott hin oder von Ihm weg. Folglich sollte aus unserem Gebet immer Bewegung resultieren.

Eine junge Frau betet in Notre Dame de Chartres
Eine junge Frau betet in Notre Dame de Chartres. Pfingst-Wallfahrt von Paris nach Chartres. Foto: Imago Images

Das Gebet ist fundamental, es ist alternativlos. „Wer das Gebet übt, bleibt nicht lange in der Sünde. Denn entweder wird er das Gebet oder die Sünde lassen, weil Gebet und Sünde nicht nebeneinander bestehen können“, stellte etwa Teresa von Avila fest. Und John Henry Newman konstatierte: „Gebet ist das Atemholen der Seele.“ Vergangene Woche stellte ich die ersten vier Tipps aus dem Leitfaden zur Vertiefung des Gebetslebens von Matthew Leonard vor. Nun folgen die weiteren Ratschläge:

5) Fürchte Dich nicht vor Veränderungen: Manchmal scheinen wir im Gebetsleben nicht richtig voranzukommen und klammern uns zu sehr an eine starre Routine. Wir sollten keine Angst davor haben, Dinge zu verändern. Das Gebet ist eine Bewegung unseres Herzens zu Gott hin. Die Hilfsmittel, derer wir uns bedienen, um diese Bewegung zu fördern, sind nur das – Hilfsmittel. Brechen wir aus unserer Gebetsroutine aus, kann uns das helfen, frisch und dynamisch eine Konversation mit unserem Herrn zu beginnen.

6) Lass dem Gebet Taten folgen: Letzten Endes sollte das Gebet Veränderung bewirken. Im geistlichen Leben gibt es keine Plattformen – wir bewegen uns ständig entweder zu Gott hin oder von Ihm weg. Folglich sollte aus unserem Gebet immer Bewegung resultieren. Was immer es ist, worum uns der Herr bittet, wir sollten dem Gebet Taten folgen lassen.

Was immer ist, dem Gebet Taten folgen lassen

7) Übe Dich im spontanen Gebet: Im Verlauf des Tages immer wieder in kurzen Stoßgebeten dem Herrn zu danken oder zu loben gehört zu den mächtigsten Waffen im geistlichen Leben. Der heilige Philipp Neri bestätigte: „Es ist eine alte Gewohnheit der Heiligen Gottes, kleine Gebete parat zu haben und sie während des Tages regelmäßig wie Pfeile gen Himmel zu schießen. Wer diesem Ratschlag folgt, erntet mit geringem Aufwand reiche Früchte.“ Auf diese Art und Weise können wir auch versuchen, Paulus' Ermahnung gerecht zu werden: „Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5, 17)

8) Bitte um Gebet: Wenn wir in Schwierigkeiten sind, bitten wir andere, für uns zu beten. Warum nicht auch bei Problemen im Gebetsleben? Das muss nicht unbedingt jemand aus unserem Bekanntenkreis sein. Wir sind Katholiken! Als solche gehören wir zur Gemeinschaft der Heiligen und können jeden, der in Christus ist – ob noch auf Erden oder schon im Himmel – um Hilfe bitten. Unsere himmlischen Brüder und Schwestern wollen uns helfen – geben wir ihnen Gelegenheit dazu!

Die Autorin, 29, ist Musikerin, verheiratet und vierfache Familienmama

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