Würzburg

Konzept „Minimission“

Die Welt ein klein wenig heller machen, durch Verständnis und Kommunikation.

Zivildienst im Altenheim.
Auch für Zivis hat der Bundesrat ein Gesetz beschlossen. Viele der jungen Männer arbeiten in Altenheimen oder Kliniken. Foto: dpa

Wer freut sich nicht über ein aufrichtiges Lächeln, ein freundliches Wort oder eine aufmunternde Geste? Bereits kleinste Handlungen können den Alltag vieler erhellen und somit unsere Welt ein kleines Stückchen besser machen. Inspiriert von diesem Gedanken setzte ich mir vor etwa einem Jahr diese Idee als Lebensmotto– und so entstand allmählich mein Konzept „Minimission“…

Als leidenschaftliche Spaziergängerin treffe ich fast täglich einen älteren Mann mit seinem Hund, welcher mittlerweile sein einziger Freund und Begleiter im Leben ist. Anfangs lächelte ich ihm nur schnell zu, brachte vielleicht ein kurzes „Grüß Gott“ über die Lippen, aber eilte dann schon wieder weiter.

Schenke ein herzliches Lächeln

Doch nach kurzer Zeit merkte ich, wie sich der Hund jedes Mal freute, wenn er mich sah – und diese Freude konnte ich auch in den Augen des Mannes lesen! So begannen wir damit, täglich ein paar Sätze auszutauschen – sei es über das Wetter, die Angewohnheiten seines Hundes oder auch wichtige Abschnitte seines Lebens – und es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen uns, die ich heute auf keinen Fall missen will.

Einige Zeit später unterhielt ich mich sonntags nach der Messe mit einer älteren Frau, die mir bereits nach wenigen Minuten ihr Herz öffnete und mir von den Problemen ihrer Familie erzählte. Ich merkte sofort, dass es nur eins ist, was ihr fehlte: Verständnis und Kommunikation! Gerade ältere Menschen werden oft immer unglücklicher und einsamer, weil sie niemanden mehr zum Reden haben – es lohnt sich immer, ihnen ein offenes Ohr oder ein herzliches Lächeln zu schenken!

Viel einfacher als man denkt

Die eben erzählten Begegnungen bestärkten mich in meinem Ziel, täglich meine „Minimissionen“ zu verfolgen. Darin sehe ich eine Gelegenheit, diese Welt ein klein wenig heller zu machen. Und das hat nicht nur zur Folge, dass ich einsamen Menschen das Leben bunter malen kann, sondern dass vor allem auch ich glücklicher und erfüllter werde!

Du glaubst mir nicht? Dann probiere das Konzept „Minimission“ doch einfach selbst einmal aus! Es ist viel einfacher, als man denkt und wenn man sich einmal überwunden hat, den Blick vom Handy abzuwenden und dafür seine Mitmenschen zu betrachten und kennenzulernen, dann sieht die Welt gleich ganz anders aus! Ich verspreche dir: Es lohnt sich! Durch jede noch so kleine Geste können wir, egal wann und wo, diese Welt im Kleinen verändern und so uns und unseren Nächsten glücklich machen!

  • Die Autorin, 18, arbeitet derzeit als Au Pair in Frankreich

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