Vancouver/Los Angeles

Junge Federn: Unterwegs mit IHM

Von Vancouver bis nach Los Angeles mit der Katholischen Pfadfinderschaft Europas.

Wandern mit Gott
Unsere Junge Feder Michael Seilbeck wanderte nach dem Abitur zusammen mit den katholischen Pfadfindern für fünf Wochen durch Amerika. Foto: Henning Kaiser (dpa)

Mit dem Abitur in der Tasche ging es für mich in diesem Sommer zusammen mit einer Gruppe der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE) für fünf Wochen nach Amerika, zu Fuß und per Tramp von Vancouver bis nach Los Angeles. Weil ein Pater dabei war, konnten wir jeden Tag die heilige Messe feiern. Auch am Festtag des heiligen Ignatius von Loyola sind wir draußen unterwegs, trotzdem versuchen wir die Liturgie feierlich zu gestalten, sogar mit gregorianischem Choral. Nach dem Frühstück machen wir uns voller Vorfreude auf zur letzten Wanderung dieser einwöchigen Etappe in der High Sierra (CA). Unsere Motivation ist nicht zuletzt so groß, weil unser Kurat versprochen hat, uns am heutigen Hochfest einzuladen. Wie er das machen will, können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen. Wir befinden uns mitten in den Bergen – fernab jeglicher Zivilisation. Doch wir üben uns im Vertrauen auf den Himmel, dass sich etwas ergeben wird.

Gratis-Burger für jeden Wanderer

Spät nachmittags kommen wir am Sonora-Pass an. Von hier aus wollen wir zur nächsten Etappe trampen. Wir sehen ein Karton-Wegweiser: „50m Trail Magic“. Diesem keine weitere Beachtung schenkend, gehen wir daran vorbei in die genannte Richtung, da wir dort einen kleinen Pavillon sehen. Ein leichtes Unbehagen überkommt mich, so verschwitzt zu den fremden Personen zu gehen. Wir tun es trotzdem, und schließlich stellt sich heraus, dass die zwei Männer und Frauen mittleren Alters für jeden beliebigen Wanderer, der vorbeikommt, Burger grillen – einfach um ihnen eine Freude zu machen – gratis! Diese und noch so viele andere Situationen, in denen wir die Hilfsbereitschaft des Nächsten auf ganz besondere Art und Weise erfahren durften, erlebte unsere Fahrtengruppe immer wieder.

Von der Liebe Gottes berührt

Doch neben der Hilfsbereitschaft der Menschen berührte mich noch mehr die Liebe Gottes, die ich so deutlich spüren durfte. Für mich war es vor allem die tägliche Messe, die ganz viel veränderte. Es ist eine unglaubliche Erfahrung, fünf Wochen lang jeden Tag den eucharistischen Herrn zu empfangen. Rückblickend sehe ich deutlich, wie Jesus dadurch in mir gewirkt hat. Mittlerweile schaue ich aus einem anderen Blickwinkel auf die Eucharistie. Es ist mir fast unangenehm, wenn ich daran denke, mit wie wenig Lust und Andacht ich zuvor teilweise in die Kirche gegangen bin. Wir können noch so viel Gutes tun, letzten Endes wird durch einen würdigen Empfang von Jesus in der heiligen Kommunion alles übertroffen. Diese Einstellung gibt dem Ganzen eine andere Bedeutung. Wenn uns dies bewusst ist, ändert das im Leben einfach alles.

Der Autor, 18, studiert Physik