Würzburg

Junge Federn: Ihr seid gesandt!

Die Schlusswort der heiligen Messe verdeutlichen der Kirche, dass sie sich immer neu als vom Herrn beschenkt verstehen soll, um aus diesem Beschenktsein ohne Ende austeilen zu können.

Neues Modell der Studentenmission
Eine Kirche, die sich selbst genügt, ist keine Kirche Jesu Christi. Foto: Cristian Gennari (KNA)

Die innere Dynamik des Christseins in der Welt lässt sich kaum präziser und schlichter formulieren, als in dem lateinischen Entlassruf am Ende einer heiligen Messfeier: „Ite, missa est!“ Zu Deutsch: „Gehet hin, ihr seid gesandt!“ Der im deutschen übliche Ruf: „Gehet hin in Frieden!“ drückt diese Bewegung nicht annähernd aus und so fehlt an der Schnittstelle von Messe und Alltag das Bewusstwerden des Sendungsauftrages, den Jesus Christus in seine Kirche wesenhaft hineingelegt hat.

Die hier zitierten, bekannten Abschiedsworte des Auferstandenen im Matthäusevangelium halten diesen Auftrag fest. Dabei handelt es sich um einen Auftrag, der so groß ist, dass er von einer Generation nicht abgeschlossen werden kann, sondern als ein durch die Zeiten hin mitgehender Auftrag, zu verstehen ist. „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“

Die Jünger als Adressaten dieser Worte stehen exemplarisch für all jene Menschen, die sich von Jesus haben ergreifen lassen. Sie stehen für die Kirche, die sich immer neu als vom Herrn beschenkt verstehen soll, um aus diesem Beschenktsein ohne Ende austeilen zu können. Der Zustand der Kirche kann daher an ihren Bemühungen abgelesen werden, ihre froh machende Botschaft, das Evangelium zu verkünden. Eine Kirche, die sich selbst genügt, ist keine Kirche Jesu Christi.

In der Kirche hat es stets Männer und Frauen gegeben, die dem Sendungsauftrag ihr Leben gewidmet haben und dieses dem Auftrag gar unterstellten. Menschen, die zu den Bedingungen früherer Jahrhunderte bis ans Ende der Welt gegangen sind. Fern der Heimat im Angesicht ungewisser Gefahren und Strapazen. Ganz bewusst ist das Kirchenjahr mit dem Gedenken solcher Heiliger gespickt, um ihre Andenken zu bewahren und um uns selbst neu zu inspirieren.

Die Lebenszeugnisse solcher Männer und Frauen können uns wieder daran erinnern, dass wir uns oft bequem eingerichtet haben und jeder Mühe aus dem Weg gehen, die Sendung Jesu zu leben. Wenn wir uns sagen, dass es im Grunde genommen die private Angelegenheit eines jeden Menschen ist, was er glaubt, ob er glaubt oder ob er nicht glaubt, dann geht das am Anspruch des Christentums vorbei. Dabei ist natürlich klar: Man kann den christlichen Glauben nur anbieten und vorschlagen. Aufnötigen aber kann man ihn niemals. Aber dennoch darf eine liebevolle Absicht erkennbar werden, immer mehr Menschen der christlichen Familie hinzuzufügen. Das „Ite, missa est!“ ist eben keine menschliche Empfehlung, sondern Auftrag Jesu, alle Menschen zur Quelle des ewigen Lebens zu führen.

Der Autor, 29, ist Kaplan in der Pfarrei St. Georg in Amberg