„Jesus, das Geschenk Gottes“

Die deutschen und österreichischen Bischöfe befassen sich in ihren Weihnachtspredigten mit dem Lebensschutz und der Not in Kirche und Welt

Bonn/Wien/Würzburg (DT/KNA/POW/sb) Die deutschen und österreichischen Bischöfe haben in ihren Weihnachtspredigten zum Einsatz für den Frieden und Schutz des Lebens aufgerufen. Christen sollten sich mit dem gleichen Engagement gegen Krieg und Zerstörung der Schöpfung einsetzen wie gegen eine Einteilung in wertes und unwertes Leben, forderte der Münchner Kardinal Reinhard Marx. Er forderte zudem die Entwicklung einer neuen Fortschrittsidee. Themen wie Klimawandel, Finanz- und Wirtschaftskrise, bioethische Fragen und der Schutz von Ehe und Familie müssten zusammen betrachtet werden. Sie seien als Herausforderung für eine nachhaltige menschliche Kultur zu sehen; „Dann wird man begreifen, dass der Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung und das Engagement für das Leben zusammengehören.“

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner warnte vor einer gottlosen Gesellschaft. Wenn der Mensch sich selbst die Welt aneigne, rutsche diese ihm aus den Händen „hinein in den Zustand der Finsternis und Wirrnis am Schöpfungsmorgen“. „Wo man Gottes Geist aus dieser Welt herausbringt, wo man ihn gleichsam wieder ausbürgert, indem man die Kreuze aus den Gerichtssälen trägt oder indem man wie in England Weihnachten nicht mehr Weihnachten nennen darf, dort gerät die Welt wieder in den vorweihnachtlichen Zustand“.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sprach sich in seiner Weihnachtspredigt gegen eine Freigabe von Gentests an Embryonen aus. „Wir sind nicht Herren über Leben und Tod, auch nicht darüber, wer geboren werden darf und wer nicht“, sagte er im Freiburger Münster. Würde die Präimplantationsdiagnostik erlaubt, drohe ein ethischer Dammbruch. Daher lehne er auch eine auf Einzelfälle begrenzte Freigabe ab. „Wenn man durch PID die Möglichkeiten dazu schafft, Embryonen mit möglichen Behinderungen oder Anlagen zu möglichen Krankheiten durch Selektion auszuscheiden und zu töten, dann wird dies auch geschehen“, so Zollitsch. Es dürfe nicht dazu kommen, Menschen mit Behinderungen nicht mehr zu akzeptieren. Es sei ein „pervertierter Humanismus“ zu glauben, einem Embryo etwas Gutes zu tun, indem man ihm früh die Chance nehme, geboren zu werden. Bei der PID gelte der Satz „Wehret den Anfängen!“

„Wir spüren aus der Botschaft dieser Nacht, dass wir mehr sind als Nutzen und Funktion“, sagte der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky. Weihnachten sei die Antwort auf „die Sehnsucht nach menschlicher Nähe, nach Geborgenheit, nach Sinn und Lebensziel“.

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann rief zur Solidarität mit den verfolgten Christen im Irak auf. Im Nahen Osten stehe „die Wiege unseres Glaubens“. Zugleich verwies der frühere Vorsitzende der Bischofskonferenz auf eine „weltweite Dimension“ der weihnachtlichen Botschaft. „Der menschgewordene Gott ist ein ohnmächtiges Kind“, so Lehmann. Diese Ohnmacht verweise darauf, dass die Menschen, gleich welchen Alters, oder welcher Herkunft voneinander abhängig seien und die Würde eines jeden Einzelnen unter allen Umständen zu wahren sei.

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann forderte die Christen auf, sich die durch die Geburt Christi geschenkte Freude nicht durch die Finsternis des vergangenen Jahres verdunkeln zu lassen. Wenn Christus wieder als Erlöser begriffen werde, sei Weihnachten kein überholtes Fest, sondern Quelle der Freude für die Gegenwart. Als erschreckend bezeichnete er die sexuellen Missbrauchsfälle in der Gesellschaft und zumal in der Kirche. Schmerzlich sei auch die Verfolgung der Christen weltweit und vor allem im Irak sowie die deutlich erkennbare Zunahme eines aggressiven Atheismus in Europa.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller unterstrich, die Art, wie Christen Weihnachten feierten, könne auch nicht durch „oberflächliches Getue“ verdrängt werden. Tief im Gemüt wohne die Erfahrung des Glaubens, den kein Zweifel zu erschüttern vermag. Der Mensch in seiner Bedürftigkeit nach Gemeinschaft, seiner Sehnsucht nach Liebe, nach Trost im Schmerz und einem Leben, das stärker ist als der Tod, sei wie ein voll beschriebener Wunschzettel, den Gott mit einem einzigartigen Geschenk „abgearbeitet“ habe: „In der Krippe liegt Jesus als das Geschenk Gottes an uns“.

In Augsburg erinnerte Bischof Konrad Zdarsa daran, dass es nicht genüge, Kirche noch als öffentliche Größe wahrzunehmen. Die Menschen müssten „auch den Kraftstrom erfahren, vom Gotteshaus in die Familien, und von den Familien zum Gotteshaus, und im Gotteshaus selbst den Geist der Ehrfurcht, der Stille und der Anbetung“. „Uns darauf zu besinnen und damit zu beginnen, niederknien und anzubeten, bedeutet keineswegs den Rückzug in die Sakristei. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass die gelebte Kommunion mit Jesus Christus und untereinander soziale Sprengkraft in sich birgt.“

Der Passauer Bischof Wilhelm Schraml kritisierte die PID und mahnte, die Würde des Menschen in den Blick zu nehmen. Weihnachten heiße, die Welt, menschlicher zu machen.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte die Christen auf, Weihnachten wieder bewusster zu feiern. Dazu gehöre mutiger im Bekenntnis, treuer im Gebet, fröhlicher im Glauben und brennender in der Liebe zu werden mit Jesus. Dieser sei das „Superangebot“ für erfülltes Menschsein und die „Superchance“ für jede Gesellschaft, human in Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit zu leben.

In Eichstätt rief Bischof Gregor Maria Hanke zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Austausch von Informationen auf. Das gesprochene, geschriebene und in den elektronischen Netzwerken verbreitete Wort könne verletzen, aber auch aufbauen. Weihnachten sei eine Aufforderung, die Sprache nicht als „Waffenarsenal“ zu gebrauchen, sondern die Sprache Gottes als Sprache der Liebe zu entdecken.

Eine „Trennung des Menschen von Gott“ hat der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen in seiner Weihnachtsansprache beklagt. Diese Trennung sei die „tiefste Entwurzelung unserer Tage“, sagte Algermissen am ersten Weihnachtsfeiertag im Dom zu Fulda. Er warnte, wo die Gabe des Lebens nicht mehr als Geschenk des Schöpfers verstanden werde, seien Würde und Wert des Menschen vor seiner Geburt, in Krankheit und im Alter in Gefahr. Der Bischof hob hervor, an Weihnachten feiere die Kirche nicht einfach den Geburtstag irgendeines großen Mannes der Weltgeschichte. Vielmehr bezeichne dieses Fest einen Quantensprung der Weltgeschichte.

Für den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist die Botschaft von der Geburt Jesu in einer Krippe die Nachricht, die die Welt nachhaltig verändert hat. Der Blick in die Krippe mache bewusst, dass nur das Licht von Bethlehem das Dunkel von Leid und Schuld erhellen könne. Der Bischof ging auch auf den Missbrauchsskandal ein und sagte: „Weihnachten bringt eine Wahrheit und Klarheit in diese Welt, die keine Vertuschung und keine Verleumdung verträgt. Wer zur Krippe kommt, gewinnt Transparenz.“ Wie weh Wahrheit tun könne, habe die Kirche in diesem Jahr lernen müssen.

Münsters Bischof Felix Genn forderte die Christen dazu auf, den Glauben in den Alltag zu tragen und ihn aktiv zu verkünden. Ähnlich wie etwa die vielen Laienhelfer in den kirchlichen Hilfswerken Lateinamerikas sollten auch die Menschen hierzulande „Delegierte des Wortes“ sein, sagte Genn an Heiligabend. Auch er habe die Zeile „Da liegt es, ihr Kinder, auf Heu und auf Stroh“ aus dem weihnachtlichen Kirchenlied nicht von Amtsträgern, sondern zuallererst von seinen Eltern gelernt.

Gegen die Zulassung von Gentests an Embryonen hat sich der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann ausgesprochen. Der viel besungene Friede von Weihnachten gründe in der ohnmächtigen Liebe Gottes, der sich menschlichem Schicksal ausliefere. So liege die besondere Bedeutung des Weihnachtsfestes in der „Bejahung des Menschen“, so wie er von Anfang an ins Leben gerufen werde, sagte Wiesemann am Samstag. Der Bischof warnte vor einem „geklonten, genetisch entschlüsselten Menschen“, der keine natürlichen Eltern mehr besitze oder „wie ein Baukasten nach eigenen Präferenzen oder Nützlichkeiten zusammengesetzt“ werde.

Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen erklärte bei der Christmette, der biblischen Botschaft zufolge sei Gott an Weihnachten Mensch geworden und damit zum Brot des Lebens. Entsprechend sollten auch die Christen für „Mittel zum Leben“ für ihre Mitmenschen sorgen.

Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker forderte zur Entwicklung einer humaneren Gesellschaft auf. Die „heute tragende Generation“ müsse darüber nachdenken, wie sie mehr und wirkungsvoller teilen könne, sagte Becker am Ersten Weihnachtsfeiertag im Paderborner Dom. Nur so könnten junge Menschen der kommenden Generation unbeschwerter, menschlicher und zuversichtlicher leben.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck verurteilte am Heiligabend jedwede Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID). Aus katholischer Sicht beginne das menschliche Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. „Dieses Leben ist zu schützen, auch wenn es – entgegen der kirchlicherseits vorgetragenen ethischen Kriterien – im Reagenzglas entstanden ist.“ Eine „gestufte Form“ des Lebens sei nicht denkbar. Der Ruhrbischof warnte vor einer mit der PID einhergehenden Möglichkeit der Selektion gleich zu Lebensbeginn. Auch eine Zulassung auf Basis einer Liste möglicher Erbkrankheiten lehnte er ab.

Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff forderte die Gläubigen auf: „Mach es wie Gott: Werde Mensch“. Es sei Auftrag eines jeden Christen, solidarisch zu sein und Nächstenliebe zu leben. Das umfasse alle Probleme der Gesellschaft.

Zur Neubesinnung auf den menschenfreundlichen Kern des christlichen Glaubens rief der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst auf. Der Glaube an das schutzlos in die Welt gesandte Gotteskind öffne den Blick auf ein Leben in Solidarität und Nächstenliebe und befreie aus menschen- und lebensfeindlichen Strukturen, sagte der Bischof.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann rief die Christen dazu auf, sich mit der Frage nach Wahrheit zu befassen. „Gerade als Kirche mussten wir in dem nun zu Ende gehenden Jahr erleben, wie dunkel, wie schmerzlich und wie abstoßend die Aufdeckung der Wahrheit über Situationen und Menschen sein kann“, sagte Ackermann mit Blick auf den Skandal sexuellen Missbrauchs.

Der Erfurter Bischof Joachim Wanke hob den Wert der vor zwei Jahrzehnten in Ostdeutschland errungenen Freiheit hervor. Dazu gehöre aber auch die Vision einer gerechten und humanen Gesellschaft. Dies geduldig und verantwortungsvoll in die Tat umzusetzen, sei eine gemeinsame Herausforderung für Christen und Nichtchristen.

Der Bischof Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, rief die Kirche zu „tiefer Demut“ auf. Sie könne das Weihnachtsgeheimnis von der Menschwerdung Gottes nach dem Jahr ihrer Demütigung tiefer erfassen, so Reinelt in Anspielung auf die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle.

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige verurteilte „Kommerz, Konsum und Kitsch“ im Umfeld des Weihnachtsfestes. Religiöse Überzeugungen würden „lächerlich gemacht und in den Dreck gezogen“. Trotz aller Schwierigkeiten sollten sich die Christen bemühen, sich dem „wunderbaren Geheimnis von Weihnachten“ zu öffnen.

Gott blende nicht mit dem Glanz seiner Gottheit und zwinge die Menschen nicht mit Macht an sich, sagte der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, am Christtag in seiner Predigt im Stephansdom. „Gott verbirgt sich, damit wir ihn in der geschenkten Freiheit suchen können. Er verbirgt sich in einem Kind und in einem Stall.“ Die größte Gefahr unserer Zeit sei, dass wir Gott zu suchen aufhören, meinte der Wiener Kardinal. Er hoffe und wünsche für das kommende Jahrzehnt, „dass wieder eine Zeit der Gottsuche geschenkt wird“.

Der Erzbischof von Salzburg, Alois Kothgasser, ging in seiner Weihnachtsansprache auf die aktuelle Situation in der Heimat Jesu ein: „Leider ist das Heilige Land, der Ort der großen Gottesoffenbarungen, immer noch in Spannung und Streit zwischen den dort lebenden Völkern. Wo ist die Liebe? Es herrscht Hass, Rache, Ungerechtigkeit. Und die Liebe stirbt und die Menschen auch.“ Doch in Bethlehem sei die Liebe geboren, „und von Bethlehem sollte die Liebe ausgehen in alle Welt“, so Erzbischof Kothgasser.

„Für den christlichen Glauben ist das Kind von Bethlehem und der Mann von Nazareth Gott von Gott, Licht von seinem Licht und wesensgleich mit dem Vater“, sagte der Bischof von Graz-Seckau, Egon Kapellari, in seiner Christtagspredigt. An diesen Abstieg Gottes in Welt und Geschichte hinein zu glauben sei „eine Zumutung, die vom orthodoxen Judentum und Islam emphatisch zurückgewiesen wird“. Weihnachten sei die Einladung, „diesen Abstieg Gottes in seiner Richtung nachzuvollziehen, sich hinabzubeugen zum Kind in der Krippe und so indirekt auch zum Kind, das man selbst einmal gewesen ist und vielleicht vergessen oder verraten hat“, sagte Bischof Kapellari.

Die Geburt Christi habe „im Laufe der Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag das Leben unzähliger Menschen zutiefst beeinflusst, große Einrichtungen und ganze Nationen geprägt“, betonte der Bischof von St. Pölten, Klaus Küng, in seiner Weihnachtspredigt. „Und sehr viele haben nicht gezögert, für dieses Kind ihr Leben zu riskieren.“ Es gebe „nichts Vergleichbares in der Geschichte der Menschheit“. Am Christtag ergänzte Bischof Küng, vielen Menschen sei „vielfach gar nicht bewusst, dass ihr Herz Gott sucht“. Oft nämlich sei das Suchen des Menschen behindert oder fehlgeleitet. Weihnachten bringe aber die Botschaft: „Nicht wir sind es, die Gott suchen. Gott kommt und sucht uns.“ Es gehöre zum Geheimnis der Weihnacht, dass Gott in einer Höhle zur Welt kam, „und es gehört zum Geheimnis der Kirche, dass Gott trotz der Erbärmlichkeit seiner Diener, trotz manchen Niedergangs, mancher, ja sogar großer Versagen durch diese Kirche und ihre Diener seinen Sohn und den Heiligen Geist in die Welt sendet und Erneuerung möglich macht“, sagte Bischof Küng.

„Gott wollte in diesem Kind Jesus konkret und erreichbar sein“, meinte der Bischof von Linz, Ludwig Schwarz, in seiner Christtagspredigt. An die Gläubigen appellierte Schwarz, dieses Neugeborene in ihre Herzen aufzunehmen und dadurch Fortschritte im Guten zu machen: „Deshalb können wir Christen nicht schweigen angesichts der Armut, Not und Gewalt, angesichts der Ausbeutung von Menschen.“ Die Geburt Jesu sei ein Zeichen dafür, „dass Gott am Menschen nicht verzweifelt ist“, sagte Bischof Schwarz.

„Jesus ist immer unterwegs zu den Menschen“, betonte der burgenländische Bischof Ägidius Zsifkovics: „Er befreit die Menschen von Krankheiten und Zwängen. Er lässt sie aufatmen, richtet die Gebeugten auf und kämpft an ihrer Seite gegen die Unterdrücker. Er befreit vom Buchstaben des Gesetzes, indem er die Liebe zum Maßstab der Gebote macht.“ Er zwinge auch niemanden, seine Worte anzunehmen: „Er gesteht allen die Freiheit zu, sich für oder gegen ihn zu entscheiden.“ Das Kind von Bethlehem helfe den Gläubigen, „freiheitsliebende, bescheidene und mutige Christen“ zu sein, „die wissen, dass Gott mitten unter ihnen zeltet, mit ihnen unterwegs ist in eine gute Zukunft“.

Jede Geburt sei eine „erlebte Zustimmung zum Leben“, sagte der Bischof von Gurk-Klagenfurt, Alois Schwarz, den Philosophen Joseph Pieper zitierend, in seiner Weihnachtsansprache. Wo immer Zustimmung zum Leben erfahren werde, beginne der Mensch zu feiern. Schwarz wörtlich: „Heute erfahren wir von der Zustimmung Gottes zum Leben und feiern eine Heilige Nacht und den Geburtstag eines Kindes, in dem Gott plötzlich da ist.“ Durch die göttliche Zustimmung zum Leben würden „sämtliche Gottesbilder von einem großen Herrscher oder einem strafenden Richter umgeworfen“. Gott wolle für immer beim Menschen sein und suche „das Gespräch in der Kälte des Winters und auch im Frost so mancher missglückter Beziehung“. Weiter meinte der Kärntner Bischof: „Vielleicht ist unser Herz von materiellen Gaben und irdischen Dingen erfüllt, sodass es erst frei gemacht werden muss für das Kind, den Sohn Gottes, die Liebe der Welt.“

Der Bischof von Innsbruck, Manfred Scheuer, versuchte zu ergründen, warum die Botschaft von Bethlehem viele Menschen nicht erreicht und berührt: „Bei vielen geht die Sehnsucht, gehen die Träume woanders hin. Vielleicht ist die Botschaft auch schon verbraucht und müde geworden, übertönt vom Lärm und von der Geschäftigkeit, erdrückt vom Schweigen der unendlichen Räume, überlagert vom Gerümpel, vom Müll des Alltags. Vielleicht wird sie als zu schwach erlebt, das Leid auszuloten, das Dunkel aufzufangen, Licht in die Labyrinthe zu bringen.“ Auch könnten sich persönliche Verletzungen und Kränkungen oder auch die Strukturen der Kirche als Blockaden aufbauen. Menschwerdung bedeute zunächst, dass Gott sich von uns berühren lasse und dass ihm unser Leben zu Herzen gehe.

Der Vorarlberger Bischof Elmar Fischer erinnerte in seiner Weihnachtsansprache daran, dass Jesus der „Weg zum wahren, echten Menschsein“ ist und das Leben in Fülle schenken will: „Wenn wir auf sein Angebot der inneren Befreiung unserer Talente und Fähigkeiten zur echten Entfaltung unser Ja sagen und seine Art der Liebe lernen, dann erreicht die Verheißung des Jesaja in uns ihr Ziel. Wir sind die Befreiten und können jubeln in Freude.“

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