Irak: Sako ermutigt Christen zum Bleiben

Bagdad (DT/KAP) Der irakische Patriarch Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, hat in einem Osterhirtenbrief zu nationaler Einheit gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) aufgerufen. Christen, Muslime, Jesiden und andere sollten „beweisen, dass wir in der Lage sind, uns für andere zu öffnen und mit verschiedenen Weltanschauungen zu leben“, so Sako. „Beginnen wir uns als ein Team von Frauen und Männern einzusetzen, mit dem Ziel, unser Land und die uns Anvertrauten zu einer Situation der Sicherheit zu führen“, heißt es in der Osterbotschaft. „Ich fordere euch auf, euch auf Weisheit und Geduld zu verlassen und zusammen in dem Land zu bleiben, wo wir geboren wurden, seit 1 400 Jahren mit den Muslimen zusammengelebt haben und mit ihnen eine gemeinsame Zivilisation aufgebaut haben“, heißt es in der Botschaft weiter: „Bleibt vorsichtig und lasst euch nicht verwirren. Lasst nicht andere Personen, Institutionen und Länder Vorteile aus eurer Angst ziehen, sodass am Ende unsere Familien über in der ganzen Welt verstreut sein werden“, warnt der Patriarch. Zugleich appelliert der Patriarch an die Christen, nicht nur auf die eigenen Wunden zu schauen und die Hoffnung zu verlieren. Ostern sei das schönste und freudigste Fest der Christenheit. Irakische Truppen haben unterdessen am Donnerstag mit einer Großoffensive auf die von der Terrormiliz IS besetzte Großstadt Mossul in der Provinz Ninive begonnen. Unterstützt von US-Luftangriffen hätten Regierungseinheiten im Morgengrauen die Operation „Eroberung“ gestartet, um die Dschihadisten aus ihrer Hochburg im Norden des Landes zu vertreiben, sagte ein Armeesprecher am Donnerstag.

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