Ermittlungen ausgedehnt

Weiterer Fall von sexuellem Missbrauch im Erzbistum Bamberg

Bamberg (DT/KNA) Im Erzbistum Bamberg gibt es einen neuen Fall sexuellen Missbrauchs. Die Pressestelle bestätigte am Donnerstag Berichte, nach denen die Staatsanwaltschaft gegen einen kirchlichen Mitarbeiter ermittelt. Gegen den Mann, der kein Priester sei, waren im April Vorwürfe erhoben worden, dass er gegenüber Frauen „sexualbezogene Handlungen, die nicht in Ordnung gewesen waren“, gemacht hätte. Einen Monat später meldete das Erzbistum den Vorfall der Staatsanwaltschaft, weil sich abgezeichnet habe, dass die Übergriffe „möglicherweise strafrechtlich relevant“ sein könnten, so ein Sprecher des Erzbistums. Von dem Mitarbeiter habe man sich mittlerweile getrennt. Mit welcher Aufgabe der Beschuldigte betraut war und an welchem Ort, darüber gab es keine Auskunft.

In der vergangenen Woche war der Personalchef des Erzbistums zurückgetreten. Der Domkapitular steht unter dem Verdacht, sich an Internatsschülern vergangen zu haben. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre 1976 bis 1991. Damals war der Beschuldigte am Erzbischöflichen Knabenseminar Ottonianum in Bamberg tätig. Der Priester wird von ehemaligen Schülern des 1999 geschlossenen Knabenseminars sexueller Übergriffe beschuldigt. Diese dürften strafrechtlich verjährt sein.

Die Staatsanwaltschaft hatte von dem Fall aus der Zeitung erfahren und ermittelt wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener. Bisher habe man mit einem der mutmaßlichen Opfer, das sich gemeldet habe, sprechen können, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Joseph Düsel auf Anfrage in Bamberg. Er hoffe, dass dies auch die weiteren drei ehemaligen Internatsschüler, die zum Ordinariat Kontakt aufgenommen hätten, noch tun werden. Bisher liege aufgrund der Verjährung keine Straftat vor, die verfolgt werden könne. Dies sei abhängig vom Alter des Opfers und dem Zeitpunkt des Vorfalls.

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