EKD bedauert Absage Hilarions

Hannover (DT/KNA) „Mit Verwunderung und großem Unverständnis“ hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf Kritik aus der russisch-orthodoxen Kirche an der neuen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann reagiert. Medienberichten zufolge hatten hochrangige russisch-orthodoxe Geistliche erklärt, mit einer geschiedenen Frau an der Spitze der EKD den Dialog beider Kirchen nicht mehr fortsetzen zu wollen. Seine Kirche erlaube zudem keine Priesterweihe oder sogar Führungsrollen von Frauen, wurde ein Vertreter des Außenamtes der russisch-orthodoxen Kirche zitiert. Das letzte Wort über die Zukunft des Dialogs liege nun bei Patriarch Kyrill I. Käßmann und EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte nannten die Äußerungen aus Moskau „unangemessen“. In einem unlängst auszugsweise veröffentlichten Brief an Kyrill I. erklären sie, dass die unterschiedlichen Auffassungen „bezüglich des geistlichen Dienstes von Frauen in der Kirche Jesu Christi“ bisher „kein Hinderungsgrund für fruchtbare zwischenkirchliche Beziehungen auf bilateraler und multilateraler Ebene“ gewesen seien. Es sei vielmehr „ein christliches Gebot des gegenseitigen Respekts im geschwisterlichen Umgang, Unterschiede im Leben und Glauben unserer Kirchen auszuhalten und um den gemeinsamen Grund zu wissen“. Zugleich bedauerten Käßmann und Schindehütte, dass ein für den 30. November in Berlin geplantes Treffen zum 50-jährigen Jubiläum des Dialoges zwischen der EKD und dem Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Hilarion, aufgrund dessen Absage nicht stattfinden könne. Dennoch sei die EKD an einer Fortsetzung des „wichtigen theologischen Dialogs über christliche Zentralfragen“ interessiert.

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