Dött: Weltbild muss Mitarbeiter schützen

Katholische Unternehmer erinnern an Vorbildfunktion der Kirche

Hamburg (DT/KNA) Die Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) sieht die Bistümer nach der Pleite der Verlagsgruppe Weltbild in der Pflicht, den Arbeitnehmern zu helfen. „Ich gehe davon aus, dass es nun so etwas wie einen Sozialplan gibt, der die betroffenen Mitarbeiter unterstützt“, sagte Marie-Luise Dött der „Zeit“ (Donnerstag). „Jeder Eigentümer hat diese Verantwortung. Aber die Kirche muss sich daran messen lassen, was sie in ihrer Soziallehre formuliert. Sie muss Vorbild sein.“ Vergangene Woche hatte die Weltbild-Geschäftsführung Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb soll in Abstimmung mit dem vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter fortgeführt werden.

„Unternehmer sind in der Kirche oft nicht willkommen“, kritisierte die Vorsitzende des BKU. Der Sinn für das Ökonomische fehle oft. Von den Bistümern forderte die CDU-Bundestagsabgeordnete nach dem Finanzskandal von Limburg deutlich mehr Transparenz. „Kirchliche Institutionen sollten hinsichtlich ihrer Finanzen genauso professionell agieren wie private Unternehmen“, so Dött. „Die Kirche braucht keine Schattenhaushalte.“ Stattdessen seien seriöse Jahresabschlüsse, eine Budgetplanung sowie eine Veröffentlichung der Bilanzen nötig.

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