Der heilige Servatius - Helfer bei Frost

Tagesheilige am 13. Mai: Der heilige Servatius. Von Katrin Krips-Schmidt

„Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein“, lautet eine alte Bauernregel, die sich auf den heiligen Servatius, einen der Eisheiligen bezieht. „Sint Servaas“, wie er in Holland heißt, wird vor allem gegen Frostschäden angerufen, denn in der Mitte des Wonnemonats Mai kommt es bekanntlich noch einmal zu Kälteeinbrüchen. Die „kalte Sophie“ (15. Mai) beschließt diese Tage. Die heilige Sophia erlitt während der Diokletianischen Christenverfolgung um 304 das Martyrium.

Servatius ist ein volkstümlicher Heiliger. Der Legende nach war er Bischof von Tongern, ist Anfang des vierten Jahrhunderts, vielleicht aber auch etwas später, in Armenien geboren und fand am 13. Mai 384 in Maastricht den Tod. Dort werden auch seine Gebeine aufbewahrt. Die Servatius-Kirche in Maastricht ist die älteste Kirche der Niederlande, und es ist die einzige des Landes, die über dem Grab eines Heiligen errichtet wurde. Noch heute finden regelmäßig Wallfahrten zu seinen Reliquien statt. Die „Heiligtumsfahrt“ erreichte ihren Höhepunkt im ausgehenden Mittelalter, geriet danach jedoch in Vergessenheit. 1829 lebte sie wieder auf, seither findet sie alle sieben Jahre statt. Zuletzt war Maastricht im Jahr 2011 das Ziel von Zehntausenden von Pilgern.

Servatius wurde um 340 zum Bischof von Tongern – der ältesten Stadt Belgiens, die an der Römerstraße von Köln nach Reims lag – ernannt. Vermerkt wurde seine Teilnahme an mehreren Synoden, so 343 in Serdica (Sofia) und 359 in Rimini. Er erwies sich dort als erbitterter Gegner des Arianismus. Ikonographisch schlug sich dieses Eintreten für die wahre Gottheit Christi und damit für die Dreifaltigkeit auf Darstellungen nieder, die den Heiligen im Kampf mit einem Drachen (dem Arianismus) zeigen. Er stößt ihm seinen Bischofsstab in den Rachen. Ein weiteres Motiv weist auf den Märtyrertod des Bischofs hin: Der Legende nach soll Servatius mit Holzschuhen erschlagen worden sein.

Große Verbreitung erfuhr sein Kult seit dem Vandaleneinfall von 406, den Servatius vorhergesagt haben soll. Seit dem sechsten Jahrhundert ist seine Verehrung in ganz Westeuropa belegt, insbesondere im Rhein- und Moselgebiet. Servatius ist der Patron von Maastricht, Quedlinburg, Goslar, Limburg an der Lahn, des Bistums Worms, der Tischler und der Schlosser.

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