Christen prüfen Vorgehen gegen Personenstandsgesetz

München (DT/KNA) Die katholischen und evangelischen Bischöfe in Bayern erwägen ein gemeinsames Vorgehen gegen die vom Bundestag beschlossene Trennung von staatlicher und kirchlicher Trauung. Das deuteten der Münchner Erzbischof Reinhard Marx und Bayerns evangelischer Landesbischof Johannes Friedrich am Dienstag vor Journalisten in München an. Eine denkbare Forderung sei, dass die kirchliche Eheschließung auch als zivilrechtlich gültig anerkannt werden solle, sagte Friedrich. Eine solche Praxis gibt es etwa in Italien. Nach dem neuen Personenstandsgesetz, das ab 1. Januar 2009 gilt, können sich Paare auch ohne vorausgehende staatliche Trauung kirchlich vermählen. Die Regelung ist vor allem für Verwitwete gedacht, die durch eine Zivilehe ihre Unterhaltsansprüche verlieren würden. Eine Nebenfolge könnte aber sein, dass Personen zwei verschiedene Menschen heiraten, einen staatlich und einen kirchlich. Die zwingende Verbindung beider Heiratsformen gibt es in Deutschland seit 1874. Friedrich sprach sich für ein gemeinsames Vorgehen der Kirchen aus. „Erfolg können wir nur haben, wenn wir es zusammen fordern.“

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