Brückenfunktion zwischen den Päpsten

Kurienerzbischof Georg Gänswein besucht seine Heimatdiözese – Festpredigt zu Maria Himmelfahrt im Freiburger Münster
Foto: dpa | Erzbischof Georg Gänswein während seiner Festpredigt.
Foto: dpa | Erzbischof Georg Gänswein während seiner Festpredigt.

Freiburg (DT/ed/KNA) Die katholische Lehre von der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel ist kein Mythos. Das hat Kurienerzbischof Georg Gänswein bei seiner Predigt im Freiburger Münster zum Fest Maria Himmelfahrt betont. Vielmehr sei die Glaubenswahrheit von Anfang an in der Offenbarung Gottes angelegt gewesen, sagte der Präfekt des Päpstlichen Hauses und Sekretär von Benedikt XVI.. Das Dogma, also die Festschreibung als verbindliche Glaubenslehre, über Maria hatte Papst Pius XII. 1950 verkündet. Das Dogma besagt nach Gänsweins Worten, dass Gott den ganzen Menschen kenne und liebe, nicht nur dessen Seele. „Unser Glaube verheißt nicht bloß irgendein Seelenheil in irgendeinem Jenseits, in dem all das, was uns in dieser Welt kostbar und wert gewesen ist, versinken würde wie ein Schauplatz, den man eben auch einmal gebaut und der hernach nicht mehr bedeutet, sondern es verheißt die Ewigkeit dessen, was auf dieser Erde geschah. Nichts von dem, was uns kostbar und wert war, wird untergehen“, erklärte Gänswein vor gut 2 000 Gottesdienstteilnehmern. Zollitsch hatte den aus dem Schwarzwald stammenden Gänswein eingeladen, bei dem Festgottesdienst zu predigen. Seit 1985 arbeitet Gänswein im Vatikan. Ein Jahr später wechselte er an die Glaubenskongregation, deren damaliger Präfekt Kardinal Joseph Ratzinger ihn 2003 zum Privatsekretär berief. Nachdem Ratzinger 2005 zum Papst gewählt worden war, behielt er Gänswein als Privatsekretär. Anfang des Jahres ernannte ihn Benedikt XVI. zum Erzbischof.

Bei einem Empfang der Stadt Freiburg bezeichnete Gänswein, das Verhältnis zwischen Papst Franziskus und seiner Person als „ausgezeichnet“. Anders lautende Medienberichte kommentierte der Erzbischof mit den Worten „alles Kokolores“. Er wohne beim emeritierten Papst Benedikt XVI. und arbeite für Franziskus. Dies sei eine „Brückenfunktion“. In dieser Aufgabe sieht sich Gänswein nach eigenem Bekunden auch in Zukunft. Der Erzbischof sprach sich dafür aus, mediale „Spekulationen, Spekulationen sein zu lassen und der Presse diesen Leckerbissen nicht zu nehmen“. Medienberichte hatten Gänswein zuletzt als Anwärter auf verschiedene Bischofsstühle genannt. Bei dem Empfang betonte der Kurienerzbischof, Freiburg sei seine Heimat. Wer seine Wurzeln kappe, kappe das Leben.

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