Blutzeuge für den Glauben

Zum Gedenktag des Heiligen Germanus von Granfelden – 21. Februar. Von Katrin Krips-Schmidt

In der Pfarrkirche von Delsberg (Delémont) in der Schweiz verweist eine Darstellung auf das Martyrium des heutigen Tagesheiligen. Germanus von Granfelden wird gemeinsam mit dem Mönch Randoald von einer Truppe von Soldaten auf dem Weg in ihr Kloster überfallen und mit Lanzenstichen niedergestochen. Der mit Goldblech beschlagene und mit einer reichen Ornamentik verzierte Abtstab des Germanus wird zur Zeit im Musée jurassien d'art et d'histoire in Delémont aufbewahrt, es handelt sich dabei um den ältesten bekannten Krummstab der Welt. Eine weitere Abbildung des Heiligen mit Kapuze, Stab, Buch und Palme findet sich im Freiburger Münster.

Germanus stammte aus einer Senatorenfamilie und wurde um 610 in Trier geboren. Nachdem er vom Hirten der alten Römerstadt, von Bischof Modoaldus, aufgezogen wurde und mit siebzehn Jahren sein Erbe unter den Armen verteilt hatte, zog er sich zunächst in das Kloster Remiremont in Metz zurück, wo man die Regel des heiligen Kolumban befolgte. Seinen Bruder Numerian konnte er ebenfalls zum Eintritt ins Kloster bewegen. Nach einer Zwischenstation in der Benediktinerabtei Luxeuil, die der Leitung des heiligen Walbertus unterstand, wurde Germanus schließlich nach seiner Priesterweihe mit einigen weiteren Brüdern in das vom Alemannenherzog Gondon gegründete Kloster Granfelden im Münstertal bei Basel entsandt, dem er als Abt vorstehen sollte. Germanus baute Straßen und widmete sich den Armen.

Gondons Nachfolger Bonifatius war weder den Mönchen noch der armen Bevölkerung in seinem Machtbereich wohlgesinnt. Wo er konnte, unterdrückte er sie, raubte Kirchen und Klöster aus, zerstörte die Ländereien der Bauern und verwüstete ihre Ernten. Als Germanus eines Tages zusammen mit dem Prior seines Konvents bei Bonifatius vorstellig wurde, um ihn zu bitten, seine Untaten einzustellen, versprach dieser ihm, sich zu ändern. Trotz seiner Zusage wurden die beiden Heiligen um 675 auf ihrem Heimweg von den Häschern des Herzogs überfallen und getötet. Seine Vita wurde nur kurze Zeit nach seinem Tod von einem Zeitzeugen aufgeschrieben – vom Priester Bobolenus von Luxeuil.

Der Heilige wird in Remiremont, in Luxeuil, in Granfelden und in Trier verehrt, wo die German-Straße das Gedenken an ihn bewahrt; seine Reliquien und die seines Gefährten befinden sich in der Pfarrkirche von Delémont.

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