Bischofssynode beginnt

Inhalte und Personen: Die XII. Ordentliche Vollversammlung im Überblick – Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche

Rom (DT) „Verbum Domini in vita et missione Ecclesiae – Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“: Im Mittelpunkt der XII. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode, die vom 5. bis 26. Oktober statt findet, steht die Heilige Schrift. An der Synode werden fast 300 Bischöfe, Auditoren, Experten und geladene Gäste teilnehmen. Die Arbeiten werden sich auf die Kenntnis des Wortes Gottes, seinen Gebrauch und seine Verbreitung unter den Gläubigen der katholischen Kirche beziehen.

Das im Mai 2008 veröffentlichte „Instrumentum laboris“ der Synode fasst zusammen: „Als Gemeinschaft der Glaubenden ist die Kirche vom Wort Gottes zusammen gerufen. Sie ist das bevorzugte Umfeld, in dem die Gläubigen Gott begegnen, der nicht aufhört, in der Liturgie, im Gebet und im Dienst der Liebe zu ihnen zu sprechen. Durch das gefeierte Wort, vor allem in der Eucharistie, gliedern sich die Gläubigen immer mehr in die Gemeinschaft der Kirche ein, die ihren Ursprung in der Dreifaltigkeit, dem Geheimnis unendlicher Gemeinschaft, hat.“

Bei der Reflexion auf das Wort Gottes, das Christus ist und somit einen christologischen und pneumatologischen Zugang erfordert, um zur Entdeckung der trinitarischen Dimension der Offenbarung zu führen, sollen auch Standpunkte aus dem Bereich des Protestantismus und des Judentums gehört werden. Mit dieser Absicht wurde der Rabbiner von Haifa, Shear-Yashuv Cohen, eingeladen. Der Oberrabbiner wird der erste Nichtchrist sein, der vor einer katholischen Bischofssynode das Wort ergreift. In Anwesenheit des Papstes wird Cohen über die Zentralität der jüdischen heiligen Schriften in der Tradition des Judentums sprechen.

Das „Instrumentum laboris“ legt ein „Mosaik“ von Ideen mit positiven Aspekten der Verbreitung und Kenntnis des Wortes Gottes vor: die tiefgreifende biblische Erneuerung im Bereich der Liturgie und der Katechese sowie im Bereich der Theologie und Exegese; die beginnende, aber fruchtbare Praxis der „Lectio Divina“; die Verbreitung der Heiligen Schrift durch das Bibelapostolat und der Schwung von Gemeinschaften, kirchlichen Gruppen und Bewegungen; die ständig wachsende Zahl von Lektoren und Dienern des Wortes Gottes; die steigende Verfügbarkeit von Mitteln und Arbeitshilfen aus dem Bereich der heutigen Kommunikation; das Interesse für die Bibel im kulturellen Bereich.

Es wird aber zugleich auf Aspekte hingewiesen, die verbessert oder neu zu Bewusstsein gebracht werden müssen. Dies gelte besonders im Hinblick auf einen verbesserten Zugang zur Schrift und ihr stärker kirchlich geprägtes Verständnis. Beides könne nur zu einem größeren apostolischen und pastoralen Eifer in der Verkündigung der Guten Nachricht an die Nahen und die Fernen sowie der Belebung der irdischen Realitäten führen, um so zum Aufbau einer gerechteren und friedlicheren Welt beizutragen. Bereits dem „Instrumentum laboris“ ist somit zu entnehmen, dass die Verkündigung des Wortes „Mut und die Kreativität einer den Erfordernissen der Zeit – Kultur, aktueller Lebenskontext, Kommunikation – angepassten Pädagogik der Kommunikation“ erfordert.

Die Synode sieht 20 Generalkongregationen und acht Sitzungen der kleineren Zirkel vor. Integraler Bestandteil der Arbeiten wird eine Stunde der freien Diskussion am Ende eines Tages sein. Dies hatte Papst Benedikt XVI. vor drei Jahren zur letzten Bischofssynode über die Eucharistie ausdrücklich gewünscht. Der Papst wird an allen Generalkongregationen persönlich teilnehmen. Die Ergebnisse der Beratungen der Bischöfe werden in den so genannten „Propositiones“ zusammengefasst. Über den Verlauf der Synode werden die täglich in mehreren Sprachen veröffentlichten Beiträge der einzelnen Redner sowie die drei großen Pressekonferenzen am 6., 16. und 25. Oktober informieren. Generalrelator der Synode ist der dreiundsechzigjährige Kardinal Marc Ouellet, Erzbischof von Quebec. Als seinen Sondersekretär hatte Benedikt XVI. den Bischof von Bozen-Brixen, Wilhelm Emil Egger, bestimmt. Nach dessen plötzlichem Tod am 16. August dieses Jahres, wenige Tage nach dem Urlaub des Papstes in Brixen, ernannte dieser am 23. August den Erzbischof von Kinshasa (Kongo), Laurent Monsengwo Pasinya, zum neuen Sondersekretär der Synode. Am 6. September wurden die Namen der Experten und Auditoren bekannt gegeben, die das Sekretariat der Synode eingeladen hat. Zusätzlich zu den von den Bischofskonferenzen vorgeschlagenen Bischöfen hat Papst Benedikt XVI. insgesamt 32 weitere bischöfliche Mitglieder ernannt. Zu diesen gehört der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Dazu kommen 41 „Experten“ („Adiutores secretarii specialis“, Unterstützer des Sondersekretärs) und 37 „Hörer“ („Auditores“).

Neben Kardinal Meisner werden aus Deutschland die Bischöfe von Würzburg und Eichstätt, Friedhelm Hofmann und Gregor Maria Hanke, als Mitglieder an der Vollversammlung teilnehmen. Alexander Schweitzer, Generalsekretär der Katholischen Bibelföderation, Professor Thomas Söding, Bibeltheologe und Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission, sowie der Gaminger Neutestamentler Professor Michael Waldstein gehören zu den deutschsprachigen Experten.

Der Gruppe der 37 „auditores“ gehören unter anderem die Dresdner Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz und der erste Rektor der Katholischen Universität Eichstätt, Professor Nikolaus Lobkowitz, an. Lobkowitz leitet heute in Eichstätt das Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien (ZIMOS). Auch der Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, Andrea Riccardi, der Vorsitzende des Leitungsrates der Bewegung „Gemeinschaft und Befreiung“ („Comunione e Liberazione“) und der gleichnamigen Fraternität, Julián Carrón, sowie der Mitbegründer des „Neokatechumenalen Weges“, Francisco José Gómez Argüello Wirtz (genannt: Kiko) sind Mitglieder der Gruppe der „Hörer“.

Bereits im Juni hatte Papst Benedikt XVI. die drei Vorsitzenden der Bischofssynode ernannt: Kardinal William Joseph Levada, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre; Kardinal Oswald Gracias, Erzbischof von Bombay (Indien), und Kardinal Odilo Pedro Scherer, Erzbischof von Sao Paulo (Brasilien).

Die Eröffnung der Synode wird am 5. Oktober um 9.30 Uhr mit einer Heiligen Messe in der Päpstlichen Basilika St. Paul vor den Mauern stattfinden. Der Liturgie wird Papst Benedikt XVI. vorstehen. Am Montag, den 6. Oktober, werden die Arbeiten ihren Anfang nehmen.

In seiner Ansprache an die Mitglieder des ordentlichen Rates des Generalsekretariats der Bischofssynode vom 21. Januar dieses Jahres hatte der Heilige Vater hinsichtlich der Aufgaben der Synode hervorgehoben: „Die großen Aufgaben der kirchlichen Gemeinschaft in der Welt von heute – ich möchte an dieser Stelle unter anderem auf die Evangelisierung und den Ökumenismus hinweisen – drehen sich um das Wort Gottes und finden zugleich von ihm her ihre Berechtigung und Unterstützung.“

„Viele kirchliche Organismen, die im Hinblick auf die Versammlung im kommenden Oktober konsultiert wurden“, so Benedikt XVI. abschließend, „haben das Wort Gottes in den Mittelpunkt gestellt. „So werden die Väter Gelegenheit haben, sich miteinander auszutauschen, aber vor allem sich in kollegialer Gemeinschaft zu vereinen, um das Wort des Lebens zu hören, das Gott der liebevollen Sorge seiner Kirche anvertraut hat, damit sie es durch die ,parrhesia‘ der Apostel den Nahen und den Fernen mutig und überzeugt verkündet. Denn allen muss die Möglichkeit gegeben werden, durch die Gnade des Heiligen Geistes dem lebendigen Wort zu begegnen, das Jesus Christus ist.“

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