Bischof Müller ruft Professoren zur Ordnung

Theologen sollen sich bei Papst entschuldigen und zur Lehre der Kirche bekennen

Regensburg (DT/pdr) Der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, hat drei Professoren der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Regensburg dazu aufgefordert, sich schriftlich bei Papst Benedikt XVI. zu entschuldigen und vor ihm, dem Bischof, das Glaubensbekenntnis sowie einen Treueeid auf die Lehre der katholischen Kirche abzulegen. Müllers Forderung richtet sich an die Kirchenrechtlerin Sabine Demel, den Pastoraltheologen Heinz Günther-Schöttler und den Religionspädagogen Burkard Porzelt. In Zuge der Diskussion um die Aufhebung der Exkommunikation der Traditionalistenbischöfe hatten die Professoren öffentlich die sogenannte Petition Vaticanum II unterstützt, in der Papst Benedikt XVI. vorgeworfen wird, er lasse zu, dass Teile der römisch-katholischen Kirche offen Geist und Buchstaben bedeutender Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen dürften.

In einem Brief des Bischofs an die Professoren, der am Dienstag veröffentlicht wurde, forderte Müller die Theologen binnen 14 Tagen zu einer persönlichen Entschuldigung bei Benedikt XVI. auf. Zudem fordert er von den Theologen „als Zeichen Ihrer Anerkennung des kirchlichen Lehramtes – insbesondere des II. Vatikanischen Konzils und aller Lehrentscheidungen der Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. – das Glaubensbekenntnis und den Treueeid gemäß der beigefügten Formel vor mir persönlich abzulegen“.

In dem Brief an die Hochschullehrer heißt es: „Sie unterstellen dem Papst ein Handeln zum Schaden der Kirche, indem er angeblich eine Ablehnung von Beschlüssen des II. Vatikanums zulasse. Diese Unterstellung entbehrt jeglicher Grundlage. Damit haben Sie sich selbst als katholischer Theologe disqualifiziert.“ Die Unterzeichnung der Petition lasse an der notwendigen Einstellung als Theologe und der erforderlichen Kirchlichkeit zweifeln. Sollten die Professoren der an sie gerichteten Forderung nicht nachkommen, kündigt Müller „weitere Schritte“ an. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) haben die Professoren nicht vor, sich beim Papst zu entschuldigen und Glaubensbekenntnis sowie Treueid vor dem Bischof abzulegen.

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