Bayerische Mystikerin Anna Schäffer bald heilig

Mindelstetten/Vatikanstadt (DT/KNA) Die Heiligsprechung einer bayerischen Katholikin rückt näher. Am Montag erkannte Papst Benedikt XVI. eine medizinisch nicht erklärbare Heilung auf Fürsprache der seligen Anna Schäffer (1882–1925) als Wunder an. Schäffer lebte in Mindelstetten, das zum Landkreis Eichstätt, aber zur Diözese Regensburg gehört. Den Termin für die Heiligsprechung wird der Papst bei einer der nächsten öffentlichen Kardinalsversammlungen bekanntgeben. Die entsprechenden Erlasse veröffentlichte der Vatikan zusammen mit der Anerkennung von Wundern für zehn weitere Personen. Anna Schäffer war eine bayerische Dienstmagd, die eigentlich Missionsschwester werden wollte, bis ein schwerer Unfall ihre Pläne durchkreuzte. 1901 verbrannte sie sich beide Beine mit kochender Lauge und blieb seither ans Krankenbett gefesselt. Ihr mehr als 25 Jahre währendes Leiden lernte sie im Glauben zu ertragen. Mit vielen Personen führte sie einen Briefwechsel über religiöse Fragen. Seit 1910 stellten sich an ihrem Körper Male ein, die den Wundmalen Christi glichen. Schäffer wurde 1999 seliggesprochen. Im Bistum Regensburg löste die Nachricht große Freude aus. Anna Schäffers Fürsprache sei es zu verdanken, dass die Menschen in schwierigen Situationen neu Mut schöpften, erklärte Bischof Gerhard Ludwig Müller. Bei der nun als Wunder anerkannten Heilung habe es sich um eine Frau gehandelt, die an schwerer Bauchwassersucht gelitten habe, so das Regensburger Ordinariat. Sie habe 1999 die Seligsprechungsfeier Schäffers im Fernsehen verfolgt und diese daraufhin um Fürsprache angerufen. Noch eine Deutsche dürfte bald zur Ehre der Altäre erhoben werden. Es handelt sich um die Missionarin Barbara Cope (1838–1918) aus Heppenheim an der Bergstraße. Cope, die als Kind deutscher Auswanderer in New York aufgewachsen war, pflegte auf der Hawaii-Insel Molokai 35 Jahre lang Leprakranke. Sie wurde im April 2005 seliggesprochen. Auch bei ihr wurde am Montag ein Wunder anerkannt. Dabei handelt es sich um eine Vorstufe zur Seligsprechung. Zudem wurde der Schweizer Nicolo Rusca (1563–1618) als Märtyrer anerkannt. Gleiches gilt für drei Gruppen von Ordensleuten, Priestern und Laien, die während des Spanischen Bürgerkriegs ermordet wurden. Rusca wurde im Zuge von Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken im Veltlin-Tal hingerichtet. In einem weiteren Vatikandekret wurde der in Würzburg geborenen Ordensfrau Maria Julitta Ritz (1882–1966) der heroische Tugendgrad zugesprochen.

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