Anglikaner fordern christlichere Politik

London (DT/KNA) Die Bischöfe der anglikanischen Kirche von England fordern im Vorfeld der im Mai anstehenden Unterhauswahlen eine christlichere Politik. Die Kirche habe das Recht und die Pflicht, sich in politische Belange einzumischen, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben. Darin fordern die Bischöfe von den Politikern eine „frische moralische Vision“, was für ein Land Großbritannien sein wolle. Es müssten Antworten auf grundlegende Fragen gefunden werden, die die Politik bislang meide. Dabei gehe es in erster Linie um eine ehrliche Aussage dazu, „wie wir in Zukunft leben müssen, um künftigen Generationen keinen ausgebeuteten Planeten zu hinterlassen“. Das Land brauche „einen neuen Ansatz für das politische Leben“, der die Situation ebenso entscheidend verändere, wie es der Sozialstaat in der Nachkriegszeit und die Marktreformen unter Margaret Thatcher in den 70er und 80er Jahren getan hätten. In ihrem Schreiben wenden sich die Bischöfe gegen eine Herabsetzung der Hilfsbedürftigsten in der Gesellschaft. Es gebe einen starken Widerspruch zwischen dem Anspruch der Gesellschaft auf Gleichheit und der Behandlung von Armen und Schwachen. Diese blieben häufig „unerwünscht, ungeschätzt und unbemerkt“, so die Bischöfe. In ihrem Wahlbrief appellieren sie an die Wähler, jenen Kandidaten ihre Stimme zu geben, die sich gegen die Konzentration von Macht und Reichtum wenden, die Menschen in Entscheidungen miteinbeziehen und sich für das Gemeinwohl einsetzen.

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