Amerika: Erneut Klage gegen den Vatikan

Washington (DT/KNA) Sieben mutmaßliche Missbrauchsopfer aus der US-Diözese Oakland haben gegen den Vatikan Klage wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs eingereicht. Die Diözese habe sich nicht ausreichend um die Suspendierung eines Priesters gekümmert und die Eltern nicht rechtzeitig gewarnt, zitierten amerikanische Medien am Mittwoch (Ortszeit) aus den Anklageschriften. Der Priester hatte 1978 nach mehreren Vorfällen beim Vatikan einen Antrag auf Laisierung gestellt, den seine Vorgesetzten in der Diözese unterstützt hätten, heißt es. In einem Brief erklärte demnach der damalige Kurienpräfekt Joseph Ratzinger, die Argumente seien zwar „gravierend“; trotzdem brauche eine solche Entscheidung mehr Zeit und müsse sorgfältig geprüft werden, zitieren amerikanische Medien aus einem Brief des Kardinals. Bistumssprecher Mike Brown erklärte, in der Diözese seien die Anklageschriften bislang nicht bekannt. Nachdem damals die Anschuldigungen gegen den Priester bekannt geworden seien, habe die Bistumsleitung die nötigen Schritte eingeleitet, um ihn seines Amtes zu entheben. Zudem habe man ihm psychologische Beratung angeboten. Den Presseberichten zufolge ordneten die Vorgesetzten des Priesters 1981 seine Suspendierung an. Im gleichen Jahr wurde Kardinal Ratzinger im Vatikan die Verantwortung für Disziplinarverfahren wegen Missbrauchs übertragen worden. 1982 heiratete der Priester. Obwohl der damalige Ortsbischof mehrmals den Vatikan um die Laisierung des Priesters gebeten habe, sei dies bis 1987 nicht erfolgt. In den Vereinigten Staaten laufen derzeit zwei weitere Klagen von Missbrauchsopfern gegen den Vatikan. In der vergangenen Woche wurde im Bundesstaat Kentucky eine Klage gegen Benedikt XVI. und weitere führende Kurienvertreter wegen Vertuschung zurückgezogen.

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