Rom

Kommentar: Fatima als Kurskorrektur

Die Botschaft von Fatima enthält einige wichtige Korrekturen für den derzeitigen Kurs unserer Kirche.

Die Madonna von Fatima
Zu den Themen, die mit den Erscheinungen von Fatima gesetzt wurden, gehört die Wahrnehmung von Engeln. Auch sie spielen innerkirchlich heute kaum eine Rolle. Foto: Archiv

Viele Christen sind in Deutschland in den letzten Jahrzehnten in einem Klima sozialisiert worden, in dem Sühne als eine durch Aufklärung überwundene spirituelle Fehlhaltung galt und Marienverehrung oder Mission für eine eher peinliche Fehlentwicklung der einer unaufgeklärten Vergangenheit gehalten wurde. Dass man dies auch anders sehen kann, spricht sich langsam vor allem bei denjenigen herum, die ein offenes Ohr für das haben, was der Geist den Gemeinden sagt.

Tatsächlich enthält die Botschaft von Fatima einige wichtige Korrekturen für den derzeitigen Kurs unserer Kirche. Sie macht beispielsweise klar, dass es weder sinnvoll noch im Hinblick auf das ewige Leben zielführend ist, die Existenz von Teufel und Hölle zu negieren. Denn wenn wir die Augen davor verschließen, dass die Entscheidungen, die wir täglich fällen, irgendwann, am Ende unseres Lebens, von dem wir nicht wissen, wann es eintreten wird, zu einer endgültigen Konsequenz führen werden, kann dies im wahrsten Sinne des Wortes tödlich enden. Mission und Neuevangelisierung beginnen also zunächst einmal bei uns selbst.

Mission lebt von Vorbild und Nachahmung

Wenn Marienverehrer, und dazu lädt die Botschaft von Fatima ein, ihr Leben vom Gebet prägen lassen, werden sie eine Strahlkraft entwickeln können, die andere neugierig macht. Sie werden sich fragen, warum der 13. jedes Monats für diese Gläubigen ein besonderer Tag ist, was genau wir da machen, was es uns bringt und ob wir es empfehlen können.

Mission funktioniert im Alltag nämlich viel schlichter, als aufwändig erstellte Strategiepakete dies suggerieren. Sie lebt von der Wechselwirkung zwischen Vorbild und Nachahmung, die ganz automatisch dann ins Spiel kommt, wenn vom Vorbild jener Lichtglanz aus der Höhe ausgeht, den in sein irdisches Leben zu integrieren die Voraussetzung dafür ist, dass wir das ewige erlangen. Wer so lebt, nimmt seine Mitverantwortung für das Heil der anderen wahr, handelt verantwortungsvoll als Glied des Leibes Christi nach dessen Beispiel.

Zu den Themen, die mit den Erscheinungen von Fatima gesetzt wurden, gehört die Wahrnehmung von Engeln. Auch sie spielen innerkirchlich heute kaum eine Rolle. Zugleich aber trifft ihre Existenz, genauer gesagt die Sehnsucht nach ihnen, auf ein tiefes Bedürfnis unserer Zeit. Denn sonst wären die Esoterikregale der Buchläden nicht voll von Engelfiguren, Engelkarten und Büchern über jene Wesen, die den großen Chor bilden, in dem mitzusingen wir alle berufen sind.
Dies wieder neu bewusst zu machen, kann und sollte Teil der Fatima-Mission sein, die auf die schlichten, leicht erlernbaren und doch von so vielen vergessenen Gebetsformen wie den Rosenkranz setzt.

Botschaft von Fatima setzt mitten im Herzen an

Es macht heute mehr denn je Sinn, die große Umkehr, die die Botschaft von Fatima uns allen ans Herz legt, wirklich anzugehen. Denn sie setzt an jenem Punkt an, von dem die Heilung ausgeht, mitten im menschlichen Herzen. Sie erhebt keine Forderungen, will keinen Struktur- sondern einen Sinneswandel und hat keine Angst davor, über die engen Mauern des kleinen Kämmerleins hinauszustrahlen. Damit sie gelingt, brauchen wir aber ein Trainingsprogramm und auch hier bietet sich der weltweit wirkmächtige Wallfahrtsort und ein geeignetes Instrumentarium an.

Die Schlüsselworte, die sich mit der Botschaft der Gottesmutter verbinden, sind Anbetung, das unbefleckte Herz Mariens, Bekehrung, Eucharistie, Barmherzigkeit, Wallfahrt, Wiedergutmachung, Rosenkranz, Opfer, Geheimnis und Dreifaltigkeit. Die Reihenfolge dieser Schlüsselworte ist keineswegs zufällig gewählt. Sie sind vielmehr in einer spirituellen Weggeschichte angeordnet, die Schritt für Schritt das eigene geistliche Leben aufbaut und können so ihre zielführende Wirkung entfalten.

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