Regensburg

Poträt der Woche: Bischof Rudolf Voderholzer

Der Regensburger Bischof legt in diesen Tagen einen starken Widerstandsgeist an den Tag. Das tut er mit Apostolischer Autorität.

Bischof Rudolf Voderholzer
Voderholzer ist heute mehr als sein Vorgänger darauf angewiesen, im Bischofskollegium gute, wenigstens funktionale Kontakte zu pflegen. Foto: KNA

„Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung!“ Wenige Bischöfe erfüllen diese Weisung des Apostels Paulus (2 Tim 4,2) wohl so konsequent wie Rudolf Voderholzer. So zitierte er das Schriftwort auch in seiner Erklärung zum jüngsten Beschluss der deutschen Bischöfe über den „Synodalen Weg“. Wenn Voderholzer in diesen Tagen einen starken Widerstandsgeist an den Tag legt, dann tut er das also mit Apostolischer Autorität.

Eng verbunden mit der Tradition der Kirche

Diese ist für das Amtsverständnis des Bischofs von Regensburg konstitutiv. In den bald sieben Jahren, die Voderholzer an der Spitze des Bistums Regensburg steht, zeigte er sich immer eng verbunden mit der Tradition der Kirche. Die ostbayerische Diözese kommt dem gebürtigen Münchner dabei mit weit überdurchschnittlichem Frömmigkeitsleben entgegen. Das Bistum ist eines der letzten Nester der alten Volkskirche und hat mit seinem Bischof einen treuen Protector.

Der wiederum versteht sich auch über die Diözese hinaus als Beschützer ewiger Wahrheiten. Ob als Direktor des „Instituts Papst Benedikt XVI.“ oder vor seiner Bischofsweihe als Dogmatikprofessor in Trier, stand und steht der Theologe Voderholzer stets für die Pflege des überlieferten Glaubensgutes. Das verbindet ihn mit Kardinal Gerhard Ludwig Müller, seinem Vorgänger in Regensburg und früheren Chef an der Universität München. Ihre Einschätzungen zum Stand der Kirche sind gleichermaßen kritisch, wenn auch unterschiedlich im Ton.

„In aller Geduld“ für die Wahrheit eintreten

Voderholzer ist heute mehr als sein Vorgänger darauf angewiesen, im Bischofskollegium gute, wenigstens funktionale Kontakte zu pflegen. In einer Zeit, da viele Zeichen in der katholischen Kirche in Deutschland auf Reform stehen, sind solche Kontakte selten geworden. Einen engen Verbündeten fand er im Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki. Auf ihre Initiative hin wurde der Kurs für den „Synodalen Weg“ leicht korrigiert. Immerhin zehn weitere Bischöfe konnten sie bei der entscheidenden Abstimmung für ihre Seite gewinnen, darunter bekanntermaßen die Weihbischof Dominikus Schwaderlapp aus Köln und Josef Graf aus Regensburg, sowie den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke. Wirklich erfolgreich war die Initiative freilich nicht. Mit seiner persönlichen Erklärung zeigte Voderholzer aber bereits an, dass er auch weiterhin „in aller Geduld“ für die Wahrheit eintreten wird, wie es Paulus schreibt. Auch im siebten Lebensjahrzehnt, das Rudolf Voderholzer am kommenden Mittwoch beginnt, wird er ermahnen und belehren, „sei es gelegen oder ungelegen“.