Köln

Nach Gespräch mit Woelki: Hennes verzichtet auf Ämter

Der von seinem Amt entbundene Düsseldorfer Stadtdechant Ulrich Hennes hat sich nach einem „eingehenden Vier-Augen-Gespräch“ mit Kardinal Woelki zum Amtsverzicht bereiterklärt. Dieser hob im Gegenzug das Verbot des priesterlichen Wirkens auf.

Düsseldorfer Stadtdechant Hennes einigt sich mit Woelki
Der 57-jährige Hennes war vergangenen Mittwoch von Kardinal Woelki von seinem Amt als Stadtdechant in Düsseldorf entbunden worden. Foto: David Young (dpa)

Im Fall des von seinem Amt entbundenen Düsseldorfer Stadtdechanten Ulrich Hennes ist es zu einer Einigung gekommen. Der vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki beurlaubte Priester erklärte gestern, auf die Ämter als Düsseldorfer Stadtdechant sowie als Pfarrer der Gemeinde St. Lambertus zu verzichten. Dies teilten das Kölner Erzbistum und Hennes ein einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Dem Verzicht vorausgegangen sei ein „eingehendes Vier-Augen-Gespräch“ mit dem Erzbischof.

Weg freimachen für guten Neuanfang in Düsseldorf

Woelki habe den Verzicht auf die Ämter als Zeichen der Bereitschaft Hennes' angenommen, den Weg für einen guten Neuanfang in Düsseldorf freizumachen, heißt es weiter. Das seit der Beurlaubung geltende Verbot des öffentlichen priesterlichen Wirkens sei nun aufgehoben. Über Hennes' zukünftigen Einsatz als Priester werde der Kölner Erzbischof zu späterer Zeit entscheiden.

Der 57-jährige Hennes war vergangenen Mittwoch von Kardinal Woelki von seinem Amt als Stadtdechant in Düsseldorf entbunden worden. Er soll sexuelle Handlungen an einem damals 20 Jahre alten Mann vorgenommen haben, der sich in einem seelsorglichen Gespräch an ihn gewandt hatte.

Landgericht Köln erließ einstweilige Verfügung gegen Hennes

Auf Antrag des Kölner Erzbistums hatte das Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen Hennes erlassen. Demnach durfte er nicht weiter behaupten, Grund für die Fortdauer seiner Beurlaubung sei „eine völlig an den Haaren herbeigezogene Mitteilung eines Mannes bezüglich eines angeblichen einmaligen und einvernehmlichen sexuellen Kontakts unter Erwachsenen im Jahr 2001“.

Bereits am 19. März war Hennes vom Kölner Erzbischof Woelki beurlaubt worden. Woelki gab die ihm vorliegenden Hinweise auch an die Staatsanwaltschaft weiter. Diese stellte die Ermittlungen Mitte Juni mangels Tatverdachts ein. Die kirchen- und disziplinarrechtliche Vorprüfung des Falles konnte erst nach Abschluss der staatsanwaltlichen Ermittlungen beginnen.

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