Lourdes

Lourdes: Hotspot für das Evangelium

Pioniere an der Hand der Muttergottes: Wie Youcat missionarisches Christsein in Lourdes vorlebt.

Youcat-Misionare in Lourdes
Wo der Himmel die Erde berührt, wächst der Mut zur Mission: In Lourdes sprühen Youcat-Missionare vor Begeisterung. Foto: Youcat

Das Christentum braucht zwar per se keine heiligen Orte, doch springt an Brennpunkten des Glaubens der Funke der Begeisterung für die Botschaft Jesu über. Youcat hat in Lourdes damit begonnen, junge Missionare zu versammeln, deren Strahlkraft dafür sorgt, dass die geistliche Erfahrung, die so vielen Menschen dort geschenkt wird, auch anderen aufleuchtet. Claudia Weiß vom Youcat-Team hat der „Tagespost“ erzählt, wie das funktioniert.

„Von Mitte Juni bis Mitte September waren wir mit sechs Youcat-Missionaries aus Libanon, Kolumbien, Deutschland, Österreich, Polen und Australien im größten Marienheiligtum Europas. Und es war genial. Auf Einladung der Verantwortlichen in Lourdes testeten, erprobten und evaluierten wir, wie man vor Ort junge Leute für den Glauben ansprechen konnte. Ganz viele kommen da hin, aus unterschiedlichsten Motiven. Ich durfte das internationale Team leiten und blicke mit Freude auf eine faszinierende Zeit zurück; und ich freue mich auf das kommende, zweite Projekt im Sommer 2020. Übrigens hatte der Papst dazu den Anstoß gegeben; er wollte, dass die großen Wallfahrtsorte zu Zentren der Neuevangelisierung werden. In Lourdes sagte uns ein Priester: „Ihr habt eine neue Farbe nach Lourdes gebracht!“.

Eine neue Farbe nach Lourdes gebracht

Und diese Farbe wird auch in diesem Jahr wieder in Lourdes präsent sein. Claudia Weiß berichtet: „Auch 2020 wird es wieder ein junges internationales Team von Youcat-Missionaries geben – sogar aus Indien kommt eine junge Frau. Vom 6. Juli bis 6. September bieten wir ein mehrsprachiges Programm an – und organisieren coole Treffpunkte in Lourdes. Man kann an Workshops teilnehmen; man kann auch einfach bei uns, in den Youcat-Räumen vorbeischauen. Das genaue Programm findet man auf https://www.youcat.org/de/lourdes. Das Workshop-Angebot ist erst einmal auf junge Leute, auch auf junge Familien, ausgerichtet. Aber wir freuen uns ebenfalls auf alle anderen Pilger, die neugierig sind, wie man die Botschaft von Lourdes mit Hilfe von Youcat tiefer verstehen kann. Wer teilnehmen beziehungsweise eine Pilgergruppe anmelden möchte, kann sich gerne an mich wenden: claudia.weiss@youcat.org.“
Wird Youcat ähnliche Projekte auch in Santiago de Compostela oder anderen Wallfahrtsorten starten? Claudia Weiß berichtet von ersten Ansätzen, die in Lourdes etablierte Missionsarbeit auch andernorts zu entfalten.

„Was wir in Lourdes tun, ist ein Pionierprojekt, etwas ganz Neues. Und es ist Teil einer neuen Kirche, in der alle nach Wegen suchen, wie man die nächste Generation für Jesus gewinnt. Wenn das, was wir erprobt haben, weiterhin so gut angenommen wird wie in 2019, wird es wohl auch andere Wallfahrtsorte interessieren. Wir verstärken die spezifische Botschaft eines Ortes wie Lourdes, machen sie attraktiv für junge Pilger. Die großen Wallfahrtsorte sind übrigens weltweit vernetzt. Vor gut acht Tagen durfte ich an den sogenannten „Journées de Lourdes“ teilnehmen – an denen auch die Rektoren von Fatima, Aparecida und Guadalupe anwesend waren – und unsere Arbeit vorstellen.“

"Ein guter Anfang braucht Begeisterung,
ein gutes Ende jedoch Disziplin"
Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Spinnt man die Projektidee weiter, erhebt sich natürlich die Frage, ob man ein solches Engagement nicht auch regionalisiert anbieten könnte, etwa für Altötting in Deutschland, Tschenstochau in Polen oder dem Knock im County Mayo in Irland. Die Youcat-Missionaries schließen das nicht aus.
„Wer weiß? Ich finde es großartig, dass wir in Lourdes einen Anfang machen durften. Nun muss das Ganze reifen und sich auf der mittleren Distanz bewähren. Es gibt einen Spruch von Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger: „Ein guter Anfang braucht Begeisterung, ein gutes Ende jedoch Disziplin.“ Mit jedem neuen Missionary, der sich mit Herz und Verstand in die Arbeit wirft, wird das Projekt reicher und besser.“ Will man die Grundidee auf Gemeindeebene herunterbrechen, könnte man die Kraft, die von den Reliquien der Heiligen ausgeht, als Anstoß nehmen, um in den Gemeinden eine konzentrierte Evangelisierung durchzuführen. Claudia Weiß schließt das nicht aus.

„Reliquienverehrung darf natürlich niemals zum Fetisch werden. Aber in Lourdes kann man gut studieren, welche Kraft in Reliquien steckt, wenn man sie als Erinnerungszeichen an die vollkommene Hingabe nimmt, die uns in Heiligen begegnet. Letztes Jahr empfing die Deutschen Hospitalité eine Reliquie der heiligen Bernadette – das verstärkte den Sinn des Engagements: die erneuerte Beziehung zu Gott und seiner heilenden Gegenwart in dieser Zeit. Persönlich wünsche ich mir, dass wieder mehr deutsche Jugendgruppen von der Kraft des Ortes Lourdes angezogen werden und dass sich das Anliegen unseres Papstes, dass das Wallfahrten zu Heiligtümern auch eine pastorale Aufwertung erfährt, mehr und mehr realisieren lässt.“

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