Würzburg

Den Glauben per Klick teilen

Ein neues Onlineportal vernetzt geistliche Initiativen und erleichtert die Suche nach katholischen Veranstaltungen.

Neuevangelisierung mit Smartphone
GoCath: Neuevangelisierung mit App und Smartphone. Foto: DT

Viele junge Katholiken machen in ihren Gemeinden gute Erfahrungen. Sie besuchen Gebetskreise, nehmen an Lobpreisabenden oder Prayerfestivals teil. Aber all diese Veranstaltungen könnten noch weit mehr Menschen ansprechen, wenn sie über den engen Kontext der Gemeinde oder des Dekanats hinaus bekanntgemacht würden. Das meint auch Theresa Deppisch, Ideengeberin und Organisatorin der neuen Internetplattform GOCATH. „Obwohl ich in einer katholischen Familie aufwuchs und dachte, dass wir sehr gut vernetzt wären, habe ich über viele katholische Gemeinschaften und deren Veranstaltungen erst sehr spät beziehungsweise durch ,Zufälle‘ erfahren.“ Und noch etwas stellte sie fest: „Wenn man ins Studium geht, ist es oft schwer, in einer fremden Stadt das richtige Angebot zu finden.“ Vor allem deshalb, weil längst nicht überall katholisch drin ist, wo katholisch draufsteht. „Viele geben dann irgendwann auf und verlieren den Kontakt zur Kirche“, sagt die junge Frau. Deppisch erkundigte sich bei zahlreichen Veranstaltern über deren Erfahrungen und fand heraus, dass auch von deren Seite Bedarf an besserer und effizienterer Vernetzung besteht. Das war die Keimzelle, aus der GOCATH entstand.

Go Catholic: Missionsbefehl ernstgenommen

Die Idee war es, die Veranstaltungen auf möglichst unkomplizierte Weise an den katholischen Mann und die katholische Frau zu bringen. Ihr Konzept: eine benutzerfreundliche Internetplattform, auf der man Veranstaltungen nicht nur leicht finden, sondern auch bewerben kann. Richtig Fahrt aufgenommen hat das Projekt, nachdem Frau Deppisch bei einem Auslandssemester in der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Shanghai das junge Ehepaar Ditzel kennengelernt hat. Voller Begeisterung für das lebendige kirchliche Angebot in Asien war ihnen klar, dass sie dieses Feuer der Gläubigen nach Europa zurückbringen müssen und dass hierfür vor allem eine bessere Vernetzung nötig ist. Als Namen für ihr Projekt wählten sie GOCATH, ein Begriff, der auf Matthäus 28,19 Bezug nimmt: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern“ – und als motivierender Appell „GO Catholic“ gesehen werden soll.

Was dabei mithilfe einer Anschubfinanzierung von Missio Österreich herauskam, ist eine leicht zu bedienende Seite, auf der man in Sekundenschnelle Veranstaltungen in der Nähe des jeweils gewählten Standortes angezeigt bekommt. Auf diese Weise wird man aufmerksam auf Angebote, die man sonst kaum bemerkt und schon gar nicht wahrgenommen hätte. Freigeschaltet wurde die Plattform am 22. August nach einer Anbetungszeit. Kein Zufall. Denn GOCATH trägt das Wort katholisch nicht nur im Namen. Die Macher legen auch Wert darauf, dass es bei den auf der Plattform eingetragenen Angeboten wirklich um Veranstaltungen geht, bei denen der Glauben geteilt und die Gemeinschaft gestärkt wird. Damit das gelingt, werden alle gemeldeten Veranstaltungen zunächst geprüft, bevor der jeweilige Termin freigeschaltet wird. Dass es sich bei GOCATH um ein Qualitätsprodukt handelt, kann man auch daran sehen, dass die Onlineauftritte der Veranstalter durchgesehen und Rückmeldungen von Besuchern entgegengenommen werden, um so wirklich beurteilen zu können, ob eine Veranstaltung den Kriterien entspricht. Neben den katholischen Inhalten, der selbstverständlichen Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche, ist auch Aktualität ein wichtiger Qualitätsmaßstab von GOCATH.

Frischzellenkur für gremiengeplagte Christen

Dahinter verbirgt sich eine Menge praktischer Arbeit, denn die Betreiber schicken jedem Veranstalter zeitnah eine Verifikations-Email, um über einen eventuellen Ausfall informieren zu können. Eine nützliche und vor allem zeitsparende Idee für alle GOCATH-Nutzer, denn so muss sich niemand vergeblich auf den Weg machen. Aber auch, wer keine Veranstaltung vor Ort besuchen will, wird durch die neue Plattform bereichert. Denn allein das Scrollen durch das reiche Angebot wirkt wie eine Frischzellenkur für gremiengeplagte Christen.

GOCATH ist eine wichtige Initiative, die vor allem durch ihre Kernwerte Kirchen- und Papsttreue, Austausch, Glaube und Vernetzung überzeugt. Ihre Mission, Katholiken zu vernetzen und im Glauben zu stärken, folgt einem steigenden Trend. Denn eine immer größere Zahl derer, die ihren Glauben ernst nehmen und ihn mit anderen teilen wollen, haben erkannt, dass nicht nur diejenigen, die lautstark eine Anpassung an den Zeitgeist fordern, die Möglichkeiten der neuen Medien nutzen können, sondern auch jene, die etwas von dem ausstrahlen, was es bedeutet, Christus als Gewand angelegt zu haben und als Licht in der Welt zu leuchten.

Frischzellenkur für Gremiengeplagte

Die Macher von GOCATH bieten mit ihrer Plattform all jenen eine Chance, die mit ihrer oft mühsamen, aber unermüdlich mit dem Mut zum Dienen getanen Graswurzelarbeit vor Ort präsent sind und die Samen des Wortes säen, andere anzuziehen und zum Mitbeten und Mitwirken im Reich Gottes einzuladen. Dank GOCATH entstehen so aus kleinen Initiativen große Netzwerke und tragen dazu bei, dass geschieht, was in unserer Zeit so viel notwendiger ist als eine Debatte um Strukturen oder der Streit um die Teilhabe an der Macht: die Neuevangelisierung unseres Landes.

Die Vision von Theresa Deppisch und ihren Mitstreitern ist es, GOCATH nach und nach als zentrale Online-Plattform für katholische Veranstaltungen zunächst im deutschsprachigen Raum, aber nach und nach auch auf der ganzen Welt zu etablieren. Die ersten Anfragen für eine Ausweitung auf andere Länder liegen bereits vor und außerdem ist eine App in Planung. Damit dies alles gelingt, freuen sich die GOCATH-Macher über jede Unterstützung. An erster Stelle nennt Deppisch das Gebet für das Projekt und die Menschen, die bislang ehrenamtlich und unter Einsatz ihrer persönlichen Mittel dafür arbeiten. Eine große Hilfe ist es, die Projektidee bekanntzumachen und die Webadresse von GOCATH, www.gocath.org, mit anderen zu teilen oder ihnen von der Plattform zu erzählen.

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