Ackermann als Bischof von Trier eingeführt

Apostolischer Nuntius lobt den jüngsten deutschen Oberhirten als bedeutenden politischen Mahner

Trier (DT/KNA) Nach bald 16 Monaten hat das Bistum Trier wieder einen Bischof. Der bisherige Trierer Weihbischof Stephan Ackermann wurde am Sonntag im Dom der Moselstadt als neuer Bischof des ältesten deutschen Bistums eingeführt. Dazu hatten sich in dem Dom mehr als 2 500 Menschen versammelt. Mit 46 Jahren ist Ackermann der jüngste Bischof an der Spitze eines deutschen Bistums. Papst Benedikt XVI. hatte ihn kurz vor Ostern zum Bischof von Trier und damit zum Nachfolger von Reinhard Marx ernannt. Marx ist seit 2. Februar vergangenen Jahres Erzbischof von München und Freising. In seiner ersten Predigt als Trierer Bischof rief Ackermann die Christen auf, den Menschen zu bezeugen, dass Jesus lebe. Er wolle nach Kräften dazu beitragen, dass die Christen ihren Glauben mit neuem Mut lebten, sagte Ackermann. Er hob hervor, dem Menschen in seiner Suche nach dem Sinn des Lebens könne nichts Besseres passieren, als Jesus Christus und dessen Botschaft zu begegnen. In sein Trierer Bischofsamt wurde Ackermann vom Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner eingeführt, zu dessen Kirchenprovinz das Bistum Trier gehört.

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, überreichte Ackermann die päpstliche Ernennungsurkunde. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bescheinigte Ackermann in einem Grußwort eine fruchtbare Verbindung von Optimismus und Realismus. In seiner Meinung sei er nicht beliebig, sondern eindeutig. Als Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) sei Ackermann ein wichtiger politischer Mahner der Bischofskonferenz in die Gesellschaft hinein.

Zur Amtseinführung waren mehr als dreißig katholische Bischöfe aus dem In- und Ausland gekommen, darunter Ackermanns Vorgänger Marx. Die Evangelische Kirche im Rheinland wurde durch ihren früheren Präses Manfred Kock vertreten. Zu den Gästen zählten auch der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck (SPD) und der stellvertretende saarländische Ministerpräsident Finanzminister Peter Jacoby (CDU). Gekommen war auch der Linken-Bundesvorsitzende und Spitzenkandidat seiner Partei für die anstehende Landtagswahl im Saarland, Oskar Lafontaine. Das Bistum Trier zählt rund 1,5 Millionen Katholiken und erstreckt sich auf das nördliche Rheinland-Pfalz und den größten Teil des Saarlands. Ackermann ist nach offizieller Zählung der 103. Bischof von Trier.

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