Abt von Ottobeuren warnt vor falschem Reformbegriff

Ziemetshausen (reg) Der Ottobeurener Abt Paulus Weigele OSB hat sich kritisch zur ökumenischen Diskussion geäußert. In seiner Predigt im mittelschwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild sprach der Benediktiner am Pfingstsonntag im Pontifikalamt mit Blick auf den Ökumenischen Kirchentag von „mangelndem Tiefgang“. Mit Nachdruck wandte er sich gegen ein falsches kirchliches Reformverständnis. Johannes XXIII. habe die Fenster nicht aufmachen wollen, um die „Zugluft des Bösen dieser Welt“, sondern um den Atem des Heiligen Geistes in die Kirche zu lassen. Ohne die umstrittene „Pfingsterklärung“ von Priestern und Laien im Bistum Augsburg explizit anzusprechen, erinnerte Abt Weigele an das Wesen authentischer Reformen und zitierte den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz (1542–91): Eine Reform, die nicht in die Tiefe führe, sei eine Reformation. Vor dreitausend Pilgern, darunter der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern Albert Schmid, warnte Weigele davor, sich von den Ansprüchen der säkularen Welt stärker in Beschlag nehmen zu lassen als vom Willen Gottes. Christus habe die Menschen nicht zum Spaziergang eingeladen, sondern zur Nachfolge.

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