Zwangskonversionen in Gaza?

Gaza (om) Die griechisch-orthodoxe Kirche in Gaza hat diese Woche die Zwangskonversion von fünf Mitgliedern zum Islam beklagt. Ein junger Mann und eine Mutter mit ihren drei Kindern seien von einer ungenannten Organisation zu dem Schritt gezwungen worden und würden von ihr festgehalten. Am Montag protestierten deshalb dutzende orthodoxer Christen in Gaza gegen die Vorfälle. Die regierende islamistische Partei Hamas ließ die Vorwürfe durch ihren Gesundheitsminister als „vollkommen haltlose Erfindungen der Kirche“ zurückweisen. Die Polizei sagte, die Konvertiten hielten sich freiwillig bei einem islamischen Gelehrten auf, weil sie die Reaktion ihrer Familien fürchteten. Auch die in Gaza ansässige Menschenrechtsorganisation PCHR bezeichnete die Vorwürfe als nicht zutreffend. Vertreter der NGO hätten sich mit den Konvertiten getroffen. Diese hätten dabei die Freiwilligkeit ihres Übertritts zum Islam betont. Nach christlichen Schätzungen ist die Zahl der Christen in Gaza in den letzten Jahren von 3 500 auf derzeit etwa 1 400 Mitglieder geschrumpft. Ihnen stehen 1, 7 Millionen Moslems gegenüber. Neben der schlechten Wirtschaftslage im von Israel abgeriegelten Gaza-Streifen gilt die Islamisierung der Gesellschaft durch die Hamas als Hauptgrund für die Emigration. Offiziell toleriert die Hamas die christliche Präsenz. Christen beklagen aber immer wieder, dass Übergriffe gegen sie von den Behörden nicht oder nicht ausreichend verfolgt werden.