„Zeichen des Sieges Gottes“

Gedenkstätte Dachau: Tafel für den seligen Stefan Wincenty Frelichowski enthüllt. Von Monika Neudert

Dachau (DT) Im Gedenkraum des früheren Konzentrationslagers Dachau ist in der vergangenen Woche zu Ehren des polnischen Kaplans Stefan Wincenty Frelichowski eine Gedenktafel enthüllt worden. Frelichowski, der 1913 in Chelmza (Culmsee) zur Welt kam und im Frühjahr 1945 an den Folgen einer Typhuserkrankung starb, zählt zu den insgesamt 47 seliggesprochenen polnischen Märtyrern, die in Dachau als Häftlinge ums Leben kamen.

Den anwesenden Gästen und Pilgern aus Polen empfahl der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof den seligen Märtyrer Frelichowski als Vorbild. Dieser sei ein Priester gewesen, der aus Liebe zu Gott den Hass im KZ Dachau überwunden habe. Der Bischof lud die Gläubigen ein, aus diesem Geist zu leben, dem Geist der Großherzigkeit und des Friedens und erwähnte auch die anderen seliggesprochenen Märtyrer von Dachau.

Beim gemeinsamen Gottesdienst in der Kapelle des Karmel Heilig Blut, der direkt an die Gedenkstätte des KZ Dachau anschließt, hob Slawomir Oder, Postulator der Kongregation für Selig und Heiligsprechungen in Rom, hervor, dass Frelichowskis Martyrium als ein „Zeichen des Sieges Gottes“ zu verstehen sei.

Oder, in Deutschland bekanntgeworden durch das Selig- und Heiligsprechungsverfahren von Papst Johannes Paul II., erinnerte in seiner Predigt daran, dass die „Quelle der Freude und der Kraft“ Frelichowskis sein Priestertum gewesen sei, seine „Pfarrei“ die vielen gefangenen Kameraden im KZ Dachau. „Auch in schweren Zeiten konnte er ein Mensch bleiben“, so Oder, der die heilige Messe zusammen mit 12 anderen Priestern und dem polnischen Militärbischof Jozef Guzdek zelebrierte.

Die feierliche Enthüllung der Tafel fand im Rahmen einer Wallfahrt statt, die von der Polnischen Gemeinschaft (Wspólnota Polska), die sich für Polen in anderen Ländern engagiert, organisiert wurde. 150 polnische Pfadfinder aus verschiedenen Ländern, die Stefan Wincenty Frelichowski als Patron verehren, waren in Begleitung von zahlreichen Seelsorgern und Betreuern nach Dachau gereist. Am Ende des Gottesdienstes wurde ihnen eine Reliquie des Seligen als Geschenk anvertraut.

Als Ehrengast anwesend war neben dem polnischen Generalkonsul Andrzej Osiak und Max Mannheimer, einem der letzten jüdischen Überlebenden des KZ Dachau und Vertreter des internationalen Dachau Comites, auch ein Neffe des vor 70 Jahren verstorbenen Priesters. Auch einige Gläubige aus Dachau und Umgebung waren zu den Feierlichkeiten gekommen, um ihre Verehrung für den seligen Stefan Wincenty Frelichowski und ihre Verbundenheit mit den polnischen Gästen auszudrücken. Viele von ihnen gehören zum „Freundeskreis Selige aus dem KZ Dachau“, der sich für die lebendige Erinnerung an die 55 seliggesprochenen Märtyrer unter den Häftlingen aus dem KZ Dachau einsetzt.