„Wichtiger Ratgeber“

Müllers Kardinalserhebung mit Vertretern aus Kirche und Politik in Regensburg nachgefeiert

Regensburg (DT/KNA) Mit einem Gottesdienst und Freibier im Anschluss hat der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, am Sonntagnachmittag in Regensburg seine Erhebung zum Kardinal nachgefeiert. Müller war am 22. Februar von Papst Franziskus in Rom in den Kreis der Purpurträger aufgenommen worden. Der 66-Jährige war von 2002 bis zu seiner Berufung nach Rom durch den damaligen Papst Benedikt XVI. Bischof von Regensburg. An dem Fest nahmen hochrangige Vertreter des kirchlichen und öffentlichen Lebens aus ganz Bayern teil, darunter der Vorsitzende der Deutschen und bayerischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU). Auch aus der tschechischen und österreichischen Nachbarschaft waren Gäste angereist, so der Bischof von Pilsen, Frantisek Radkovsky.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gab zu Beginn des Gottesdienstes im vollbesetzten Dom bekannt, dass Müller nach seiner Erhebung zum Kardinal seinen zweiten Vornamen Ludwig nicht mehr führt. Zweite Vornamen seien unter Kardinälen nicht üblich, erläuterte Voderholzer. Für die Dauer der Messe überließ er dem Kardinal seinen bischöflichen Lehrstuhl, die Kathedra. Müller sagte in seiner Predigt, Bischöfe und Mitarbeiter der römischen Kurie hätten unterschiedliche Aufgaben, aber den gleichen Auftrag. Sie sollten dazu beitragen, „dass die Menschen auf Jesus Christus bauen und an ihn glauben können“.

Nach dem Gottesdienst ließen sich mehr als tausend Menschen unter sonnigem Himmel Bier und Bratwürste schmecken. Eine Blaskapelle sorgte auf einer Bühne für Stimmung. Marx sagte, dieses Fest werde dem Präfekten „Rückenwind“ für dessen Arbeit in Rom geben. Den Bischöfen in Deutschland sei Müller „immer ein wichtiger theologischer Ratgeber“ gewesen. Dieser sei nun „an der richtigen Stelle“, wenn es darum gehe, „dass wir den wunderbaren Schatz des Glaubens immer tiefer entdecken“, so der Münchner Kardinal. „Wir bleiben verbunden“, fügte er hinzu.

Der neue Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) dankte Müller für das „Geschenk des Katholikentags“. Dieser werde vom 28. Mai bis 1. Juni „ein großes Friedensfest“ sein. Müller hatte im Sommer 2011 den Katholikentag nach Regensburg eingeladen, nimmt aber aus Termingründen nun nicht selbst teil. Unter dem Leitwort „Mit Christus Brücken bauen“ werden mehrere zehntausend Teilnehmer zu dem fünftägigen Christentreffen erwartet.

Bereits am Freitag war Kardinal Müller vom Katholischen Schulwerk in Bayern ausgezeichnet worden. In München erhielt er den Preis „Generoso animo“ (Großzügiges Herz). Das Schulwerk erinnerte damit an die Gründung der Regensburger diözesanen Schulstiftung durch Müller im Jahr 2003. Dadurch konnten mehrere katholische Schulen erhalten werden. Inzwischen kümmert sich die Stiftung um 13 Schulen. Außer den Stiftungserträgen wendet die Diözese Regensburg erhebliche Haushaltsmittel für kirchliche Schulen auf. So wurden unlängst 47,5 Millionen Euro für die Generalsanierung des Gymnasiums der Regensburger Domspatzen bewilligt.