Wer vertraut, glaubt

In Köln haben fünf Christen ein Glaubenszeugnis gegeben – Besonders die Jugend ermutigte. Von David Brehm

Köln (DT) Am Samstag haben fünf engagierte Christen im Domforum in Köln Zeugnis abgelegt. Der Abend unter dem Motto „Abenteuer Glaube. Engagierte Christen legen Zeugnis ab“ wurde von der Vereinigung „Deutschland pro Papa“ initiiert.

Ziel der Veranstaltung sei es, einen eigenen Beitrag zu dem von Papst Benedikt XVI. eröffneten „Jahr des Glaubens“ zu leisten und dabei bewusst junge Christen in den Mittelpunkt zu stellen, so Sabine Beschmann, erste Vorsitzende von „Deutschland pro Papa“, gegenüber dieser Zeitung. Man wolle zeigen, dass es auch junge Menschen gibt, die glauben, und dadurch Gleichaltrige auf den Glauben aufmerksam machen.

Warum gerade das persönliche Zeugnis die geeignete Form sei, den Glauben weiterzugeben, stellte dann Weihbischof Klaus Dick bei seiner Einführung heraus. Inhaltlich gesehen sei Glaube wortgleich mit Vertrauen und diese enge Verbindung von Glaube und Vertrauen gelte nicht nur bezüglich Gott, sondern auch im Zwischenmenschlichen: Wer vertraut, glaubt. Die so gegebene „Möglichkeit des übermittelten Wissens ist für Gott die Möglichkeit, den Glauben weiterzugeben“. Zudem sei die Botschaft des Glaubens zwar an alle Menschen gerichtet, das direkte Ziel sei jedoch stets der Einzelne.

„Die Eucharistie

als den Kern

des Glaubens

überhaupt“

Für Martin Lohmann, Chefredakteur von K-TV, ist der Glaube eine Reise zu Gott. Für diese Reise habe uns Christus seine Mutter Maria anvertraut und als Begleiterin mit auf die Reise gegeben. Zudem seien wir nicht alleine auf dieser Reise, sondern zusammen mit anderen, denen wir „kostbare Reisegefährten“ sein sollten. Durch viele Schicksalsschläge und „berufliche Irritationen“ hindurch habe er jedoch vor allem Christus als den Reisegefährten schlechthin erfahren.

Joachim Weber, 19 Jahre alt und Student der Betriebswirtschaftslehre, betonte die Eucharistie als den Kern des Glaubens überhaupt, wo den Menschen „Gott selbst mitgegeben“ werde. Während eines freiwilligen sozialen Jahres in New York habe ihn ein Zeugnis von einem Jungen, der zum Katholizismus konvertiert sei und von einem persönlichen Eucharistiewunder berichtete, so beeindruckt, dass auch für ihn die Kommunion zum Mittelpunkt seines Glaubens geworden sei, durch das „Gott nicht nur in der Seele, sondern auch im Körper“ gegenwärtig werde. Darüber hinaus sei es ein großes Abenteuer, „als Tabernakel in die Welt zu gehen“ und Christus zu bezeugen.

„Die reiche,

oft ins Vergessen

geratene katholische Kultur hierzulande“

Vier Gründe nannte die 17-jährige Dorothea Bodewig für ihren Glauben. Sie habe nach einem Todesfall in ihrem persönlichen Umfeld die Erfahrung gemacht, dass auch „nach dem Tod nicht alles zu Ende“ sei. Angesichts solcher Situationen gebe der Glaube Hoffnung und Gewissheit, dass Gott einen begleite. Außerdem biete das Gebet die Möglichkeit, aus der eigenen Hilflosigkeit herauszutreten. Des Weiteren ist der jungen Frau bewusst geworden, dass sich Schönheit nicht auf das äußere Erscheinungsbild reduziert. Schönheit bedeute vielmehr, Gott durch die eigene Persönlichkeit in der Welt widerspiegeln zu dürfen.

Rudolf Gehrig (19), junge Feder dieser Zeitung, der gerade ein Praktikum in einer Pfarrei bei Ulm absolviert, verstand es, humorvoll seine Situation im Glauben darzulegen. Hin und her gerissen zwischen dem Willen, Gottes Ruf zu folgen und dem Drang, die eigenen Vorstellungen im Leben umzusetzen, bleibe ihm keine andere Möglichkeit als zu beten. Getragen von dem Wissen um das Wohlwollen Gottes, wisse er zwar, „dass eine Antwort kommt, aber nicht, was für eine“.

Michael Hesemann schließlich, Buchautor und Journalist, machte anlässlich des 13. Oktobers auf das Sonnenwunder in Fatima aufmerksam. Dieses Ereignis erinnere daran, dass Gott „realer als die materialistische Realität sei“. Aber auch die reiche, oft ins Vergessen geratene katholische Kultur hierzulande, sei „in der Lage, uns in den tiefen Glauben einzuführen, uns emporzuheben“. Hesemann zufolge macht der Glaube den Menschen größer und hebt ihn über sich selbst hinaus.

Unter den Teilnehmern wurde es begrüßt, „dass alle Generationen vertreten“ waren. Vor allem das Zeugnis der jungen Christen wurde als ermutigend empfunden. Die Jugend bringe „viel Kraft mit, um etwas zu bewegen“.

In einem Video-Beitrag erläuterte der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner seine persönlichen Glaubensgründe. Das Zeugnis des Kardinal rundete den Abend zusammen mit der Komplet im Dom ab.